Onkel Reinhold, Botschafter für Kultur, Fleischwurst & Pipapo. Onkel Reinhold ist der Anpacker. Ein Mensch, der etwas bewegt. Wir packen dat - lautet seine Devise.

Vita 1990-2006

1990
Reinhold wird bei der Post befördert. Deutschland wird Weltmeister. Horst wird Heidi.

Raider bleibt noch Raider. Ein gutes Jahr für Reinhold.
 
1991
Helmut Kohl wird Bundeskanzler und der Karneval fällt aus (nicht wegen Kohl).

Trude Herr stirbt und in den Charts trällert Seal. Das ist für Reinhold zuviel. Er fährt mit Horst (Heidi) zum Metallica-Konzert nach Moskau und schaut mit ca. 1,5 Millionen Zuschauern ein gigantisches Konzert. Horst (Heidi) „kricht ne Krise“ und stopft sich 3 Ohropax pro Ohr rein. Ab ins Krankenhaus, wo Horst (Heidi) seinen(ihren Traummann kennenlernt: Einen 2 Meter großen Pfleger namens Wladi. Die beiden heiraten 2 Monate später am Baldeneysee auf einem Plastik-Riesenschwan in himmelblau und rosa.
Reinhold schenkt einen Fleischwurstkranz mit selbst geschnitzten Salami- und Käse-Röschen.
 
1992
Reinhold wird in diesem Jahr zu 29 Junggesellenabschieden, 36 Polterabenden, 19 standesamtlichen Trauungen, 40 kirchlichen Hochzeiten, 2 afrikanischen und 4 buddhistischen Hochzeitszeremonien eingeladen.
Zusammen mit Heidi-Horst (der bei jeder Hochzeit Blumen streut und für jede Veranstaltung einen neuen Fummel beim Schneider bestellt) zieht Reinhold alle Feiern durch. Erste Rückenprobleme stellen sich ein.
 
1993
Mariah Carey verursacht Reinhold Albträume, so dass er von März bis September in einer psychosomatischen Klinik im Sauerland eine Kur macht.
Zurück im Ruhrpott stellt Reinhold fest: Woanders ist auch kacke. Er lässt sich noch 6 Wochen krank schreiben und fährt 12 Stunden pro Tag mit Bus und Bahn durchs Ruhrgebiet.
Von Tag zu Tag geht’s Reinhold besser.
 
1994
Kurz vor der WM erhält Reinhold die Freistellung vom Job bei der Post. Die Familie ist geschockt, bis Reinhold mit dem Rentenbescheid auftaucht. „Mich haben se kaputt geschrieben“.
Reinhold beginnt nach der WM sein erstes Praktikum beim Schlachthof.
Meat Loaf ist auf Platz eins der Charts und Reinhold gründet seine erste Band „Meat Hof“, eine 4er-Combo, die sich aus dem Entbeiner Wilfried, dem Verwurster Reiner, dem Metzgerlehrling Christoph und Reinhold zusammen setzte.

1995
„Take That“ landet einen Nummer-eins Hit. Reinhold und seine Combo „Meat Hof“ nennen sich um in „Take Mett“. Sie kreieren den „Entenleber-Tanz“ und touren einen Sommer lang von Campingplatz zu Campingplatz. Die Herbst-Winter-Tour führt durch die Kneipen des Ruhrgebiets, wo man noch heute „die Fleischwurst-Polka“ und den „Mortadella-Mambo“ tanzt.
 
1996
In Deutschland dürfen Bäcker erstmals nach Aufhebung des Sonntagsbackverbots sonntags frische Brötchen verkaufen. Reinhold flippt vor Freude völlig aus und gründet den „FBI-Borbeck“. Unter dem Motto „Fleischwurst-Brötchen-Immer!“ trifft man sich Sonntagmorgens im Schlosspark, frühstückt gemeinsam und geht danach auf den Fußballplatz.
 
1997
Der deutsche Bastei-Verlag stellt vierzig Jahre nach ihrem ersten Erscheinen die Groschenheftserie Wildwest-Roman ein. Reinhold fehlen 1000 der 1859 Exemplare. Er bereist die Flohmärkte der Nation, kauft alles auf, was ihm in die Hände kommt und bezieht danach eine alte Fabrikhalle. Am Ende des Jahres ist Reinhold pleite.
 
1998
Nach dem Verkauf seiner Habseligkeiten zieht Reinhold in einen ausgemusterten Schausteller-Wagen, der auf dem Hof eines Altenessener Schrottplatzes steht. Reinhold macht ein Praktikum bei Schrott-Sigi, der ihn danach an Auto-Andy vermittelt. Am Tag der Gründung des Unternehmens „Google“ hat Reinhold die Idee, dass er mehr aus seinem Leben machen möchte. Er verlässt Altenessen und trampt nach Hamminkeln.
 
1999
Am 01.01. verlässt Reinhold Hamminkeln. Per Anhalter fährt Reinhold durch Polen, Tschechien und Ungarn, die danach der NATO beitreten. Der Pole Karol überredet Reinhold zu einer Tour durch Russland. Am 31. Dezember feiern die beiden zusammen mit einem Herrn Jelzin, der im Wodka-Rausch nur noch „put in, put in“ sagen konnte, was Reinhold veranlasste, immer wieder nachzuschenken.
 
2000
Reinhold ist zurück im Ruhrgebiet. Diether Krebs stirbt. Reinhold ist traurig. Er gründet den „Fernsehclub-Krebs-Kumpels“ (FKK) und trifft sich jeden Mittwoch mit ein paar Gleichgesinnten und schaut Videos mit Dieter Krebs. Reinhold träumt von einer eigenen Kneipe, die er „Diethers Erben“ nennen möchte.
 
2001
Reinhold zieht gut gelaunt ins 21. Jahrhundert und in ein Mehrfamilienhaus mit Vor- und Hintergarten. Er betätigt sich als Hausmeister und erkennt, dass viele Probleme vor der Haustür anzupacken und zu lösen sind.
Die erste geklonte Katze kommt zur Welt. Reinhold macht sich einen Spaß und bastelt kleine Clownmasken, die er den Katzen in der Nachbarschaft überstülpt. Auf die Laternen des Viertels klebt er Fotos: Vorsicht, Klown-Katze!
 
2002
Die Welt wird immer hektischer. Reinhold erfindet am Kanals das Zen-Angeln, besser bekannt als „Vegetarisches Zen-Angeln! Ohne Wurm, ohne Fisch“.  Alle die, die das belächeln, werden im Jahre 2009 staunen, wenn Millionen Menschen weltweit in friedlicher Ruhe zum Zen-Angeln gehen.
 
2003
Helmut Rahn stirbt. Reinhold wird zum Einsiedler. Er verbringt ein ganzes Jahr fast nur zu Hause und beschäftigt sich nur mit Fußball. Er schickt 4012 Briefe an den DFB und an Fußballvereine, schreibt den Song „Rühmann, Rahn & Reinhold“, das Manuskript „Reinholds Rasen“, baut Stadien aus Apfelsinensaft-Kartons und sucht Brieffreunde in Benin. Er lernt einen Voodoo-Fachmann kennen, der ihm einen Kirschstein schickt. Reinhold liest am selben Tag in einer Stadionzeitung von „Sascha Kirschstein“ und kehrt zurück ins Leben und ins Stadion.
 
2004
Auf den Montagsdemonstrationen demonstrieren Zehntausende gegen die Hartz IV-Gesetze. Reinhold erfindet „Anpacken 5“ und beginnt, mit den Arbeitslosen aus dem Block zu arbeiten. Nach dem Frühsport und gemeinsamen Frühstück wird im Team nach Jobs gesucht. Reinholds Vermittlungsquote: fast 100 %. Der Rest bekommt Jobs in der Nachbarschaft und hilft, die monatlichen Straßenfeste zu organisieren.
 
2005
Es ist Schillerjahr. Reinhold beginnt, Ruhrpottgeschichten und Anekdötchen zu schreiben.
Zur Spargelzeit kauft sich Reinhold ein paar Gläser Spargel, die ihm nicht schmecken. Er beginnt, ein Fleischwurst-Kochbuch zu schreiben. Bei der Recherche trifft er Oma Mathilde. Sie weiht in ein in die geheimnisvolle Welt der Ruhrpott-Küche. Reinhold sammelt Rezepte, kreiert eigene und hat triumphalen Erfolg bei seinen geheimen Testessen. Ausnahme: Das Solei-Testessen mit 60 japanischen Messebesuchern wurde vom Ordnungsamt gestoppt. Begründung: So etwas sei verboten in der Villa Hügel.
 
2006
Reinhold wird von studierenden Nachbarn aufgefordert, sein Wissen und sein Können mehr ins öffentliche Licht zu rücken. Es ist der Beginn einer wunderbaren Erfolgsgeschichte. „Mach et, Reinhold!“, so schallt es seitdem durch die Welt.
 

 

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