Ein Gedicht so lang wie die Ruhr

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Björn Kalms aus Bottrop

Helga Schantal Engelbert
Kevin Achmed Hans,
Sybille Waltraud Heribert
Murat Leon Franz!

 

Jörg Wessel aus Essen

Rudelgucken im Revier
Fußballsprüche und viel Bier
Spanien weiter, Deutschland raus
etwas geknickt geh ich nach Haus.

 

Der Schwalbenalfred aus Essen

Im Grugapark, da sah ich Sie,
fiel niedrig vor ihr auf die Knie.
Ich bin verliebt, ich muss mich zügeln,
bin ganz verrückt, will Hemden bügeln,
will meine Männlichkeit betonen,
will mit ihr auf der Wolke wohnen.
Bin wie der Fisch an einer Angel,
gefangen, voll Vernunftes Mangel.
Im Grugapark da sah ich Sie,
hab' mittlerweile wunde Knie,
Sie ist so schön, so rein, so pur,
die nackte alte Steinfigur.

 

Ilia Faye aus Essen

Jetzt sitz ich hier in Überruhr
und sehe graue Wolken nur.
Doch eines' kann ich sicher sein:
hier gibts bald wieder Sonnenschein.
Im Ruhrgebiet man - Herz an Herz -
die Wolken sieht als schlechten Scherz!
Wenn dies verkündet - Hand in Hand -,
dann weiß mans bald im ganzen Land.
So lasst uns nun zusammenstehn
und Sonnenschein entgegen sehn!

 

Maggy Jeler aus Muelheim

Huch da bin ich

wieda ma hier ein Reim am reimen
lange wahr ich nich mehr da
gestört hat dat wohl Keinen.

Doch habbich keine Ruhe nich
wollte doch mal schreiben Einen
nun liegt er fast fertich auffen Tisch
un glaubse ich will noch mehr reimen.

Nur für heute kannze glauben
isset mitten reimen Schluß,
muß mich nur noch verneigen
und geben einen Kuss.

 

Maggy Jeler aus Muelheim

Nee Nee watt willse eigenlich!

Boah wat binnich fertich,
dat Wetta is so schlecht,
da sitzte nich am Gartentisch
kann mich darüber ärgern, Ächt.

Grad wa noch Sonne
gleich kompt regen
da binnich wegen dem Rasenmähen
um keine Antwort verlegen.

Ach wat sollet,
is ja nich so schlimm
da geh ich wohl nach draußen
un schnell mal den Rasen trimm.

Binnich damit dann fertich,
glaubet oda glaubet nich
binnich en bisken zufriedener
un legt die Beine wieda auffem Tisch.

So fertich!

 

Reinhold Kämmerer aus Essen

Hab viele Jahre unter Tage,
auf'en Pütt mich krumm gemacht.
Die Zeit vorbei war oft ne Plage,
es wurd' malocht und auch gelacht.
Mit Leib und Seele Kumpel sein,
mit Sorgen war man nie allein.
Was wird aus uns wir werden seh'n,
die Zechen dicht kann nicht versteh'n.
Jetzt geht es abwärts nicht bergauf,
Was übrig bleibt ist nur Glück Auf.

 

Achim Padtberg aus Gevelsberg

Es fließt wie ’ne schillernde Schnur
durch Täler der Fluss namens Ruhr
bei Duisburg, wie fein
mündet sie in den Rhein
und lädt manchen Radler zur Tour.

 

Achim Padtberg aus Gevelsberg

Ein Jüngling war solo in Herne
der wollte ’ne Freundin so gerne
"Vielleicht hab ich Chancen",
dacht er, "dass beim Tanzen
ich fürs Leben die Frau kennen lerne."

 

Achim Padtberg aus Gevelsberg

R.I.P.
Hier im Pott, in Oberhausen
lebte unlängst ein Prophet
der Fußballfans und Sport-Banausen
verklickerte, wie’s Spiel ausgeht.
Triumphales Weiterkommen,
oder doch WM-Debakel
immer fragte man beklommen
dieses tierische Orakel.
heute schauen wir betreten
weil man es kaum glauben will:
Für WM-Tipps heißt’s nun beten
Das Orakel schweigt jetzt still.
International beachtet
ist er letzte Nacht verschieden
Bald sein Denkmal man betrachtet:
Paul der Krake, ruh’ in Frieden.

 

Rudy Cash aus Vogelheim

Bin auch ein Kind des Ruhrgebiets und hab was zu berichten.
Die Geschichte schnell erzählt, versuche mal zu Dichten.
Es ist schon eine Weile her, zu schnell die Zeit vergeht.
Da sah ich eine schöne Frau, wie für mich bestellt.
Ein scheuer Blick ein zarter Kuss, ich dachte alles klar.
Dann kam es wie es kommen muss, traurig aber war.
Ringe Standesamt und Pfarrer, ganz in Weiß schrie Sie ich will.
Ich war betäubt von den Hormonen, spürte dieses Glücksgefühl.
Es war zu spät als ich erwachte, mich holte schnell der Alltag ein.
Mein Konto leer Ludmilla lachte, dass tat mir weh und war gemein.
Nun ist Sie fort auf und davon, mit meinem teuren Wagen.
Bin wieder ganz allein für mich, was soll man dazu sagen.
Das Glück vorbei die Liebe auch und denke an Ludmilla.
Ich habe nur noch einen Freund, der heißt Ruhrpott - TKILLA

Rudy Cash:

 

Achim Padtberg aus Gevelsberg

Flugbeobachtungen mitten im Pott
--------------------------------
Wenn ich am Tetraeder stehe,
was glaubst Du wohl was ich da sehe,
wenn ich nach Bottrop Ebel spähe?
Eine schwarze Nebelkrähe.

Und zur Kohlenwäscherei
fliegt sie (bei der Kokerei)
schwebt dann permanent noch wei-
ter in Richtung Essen Kray.

Im Wasser vom Kanal, im trüben
sieht sie Angler fischen üben
Sieht Brückenpfeiler nicht da drüben
trifft ihn und das war’s, ihr "Lüben".

 

Adam Gacki aus Essen

Es spielte ein Blag,
eh’ schlecht auf der Flöte,
auf einem Berg,
der Margarethe,

Die Töne daneben,
ein Lei ohne Takt,
da Summte nicht leise,
ein andres Blag,

Ein Lied aus..- vom damals,
ein Rußland Gejammer,
Fadesse Pott,
Der grauer Westen, mein Gott,

Spiel lauter und munter,
Spiel Kunterbunter,
Spiel hoch die Töne,
weck auf die Sinne,

Glück Auf, Glück Auf,
Das Licht ist aus,
Der Pütt bleibt zu,
und die Kultur ?

Erst 20, dann 10,
hier zählt man anders,
bleib bloß hier stehen,
oder geh wandern,

Rhein, Emscher, Ruhr,
bis an die Lippe,
klaue die Hauptstadt,
dir deine Blicke.

 

Mister Annabel aus Bochum

Dat mitte Sprache vonne Ruhris
dat isset unser Spiel,
ditun nur spasam reden
jedoch denken tunse viel.
Da musse hin wenns Zeit hast,
mach auf dich an die Ruhr
Kannze viel Spässkes ham,
oda auch nur die Natur.

 

Achim Padtberg aus Gevelsberg

Hilfe anne B 224:
Gedränge anne Waschanlage
is für viele Grund zur Klage
Un wat man vonne Wagens hört
is sich wohl en Hup-Konzert

Und mit Wörters, die sehr derb
schimpfense schon reichlich herb
dat der Kerl mit seine Schläuche
einfach viel zu lange bräuche.

Am fluchen, dattie Köppe rauchen
sindse nich mehr zu gebrauchen
Un, weil Meckerei’n nix nützen
sindse’n getz am unterstützen.

 

Achim Padtberg aus Gevelsberg

Still-Leben A40:
Besuchergipfel an der Ruhr
A40 – Zentrum der Kultur
Jungen, Mädchen, Herren, Damen
Drei Millionen gestern kamen.
Doch es brauchte Pünktlichkeit
um nicht zu steh’n die Füße breit:
Wer später kam, davor dann stand
was er wohl recht blamabel fand.
Egal, begeistert war’n die Massen
Pleitgen konnte es kaum fassen

Nur mich, mich hat das nicht gejuckt
Ich hab es m TV geguckt.

 

Christel Müller aus Bochum

Rudern, Kanu fahren, laufen
alles möglich an der Ruhr,
offen stur (oder wie singt Grönemeyer)
das ist Ruhr

 

Achim Padtberg aus Gevelsberg

Weiße Pracht
Gestern wieder fing Frau Holle
an, die Gegend zu beschnei’n
denn am denken war die Olle
weißer Zauber wäre fein.

Deshalb isset getz am wintern
Bürgersteige glatt und weiß
Schwingsse vor die Tür den Hintern
prellse Dich sehr schnell den Steiß

Von Autobahnen und auch Straßen
hältze dich ma besser fern
denn da gibbet Staus in Massen
und dat hamwer nich so gern.

Nur die Pendler sind am fluchen,
in Duisburg, Castrop oder Hagen,
weilsen Weg zur Arbeit suchen,
sindse laut sich am beklagen.

Ich selber, ich bin auch so einen
früh muss Vattern aussen Haus
denn mein Wecker, den gemeinen
schmeißt mich ausse Federn raus

Bevor ich bin mit meinen Wagen
ins Büro mich am begeben
heißts: Besen raus und nicht verzagen
Bürgersteig und Treppe fegen.

 

Maggy Jeler aus Muelheim

Ratlos

Ratlos sitz ich vorm Peze
weiss gerade nix zu reimen
drum sing ich mal ein hohes C
und trink mir dabei Einen.

Wenn das dann nicht beim reimen hilft
lass ich euch gerne wissen,
und trink noch Einen, bin jetzt blau
es geht mir jetzt beschissen.

Da seht ihr mal wie ungesund
das Reimen eigentlich ist
ich schließe für heut und denke mir
auch dieser Reim ist Mist.

 

Beate Kuypers aus Heinsberg

Pittermesser

Wer kennt es nicht, das Helferlein,
ein Pittermesser, dass muss sein,
denn damit schälst du einige Male,
von allem möglichen die Schale.
Den Apfel kannst du so halbieren,
um dann die Kerne zu studieren,
dem Fisch schneidest du ab den Kopf,
damit er kann in deinen Topf.

Doch willst du in der Ferne schneiden,
dann musst du wirklich Qualen leiden,
die Frage nach dem Pittermesser,
die lässt du in der Fremde besser,
denn keiner hier hat wirklich Ahnung,
drum höret von mir hier die Mahnung,
willst du woanders lecker essen,
darfst du dein Messer nicht vergessen,
wenn du verlässt hier das Revier,
das rat ich dringend dir.

Denn keiner auf der ganzen Welt,
hat sich darunter je was vorgestellt.
Man schaut dich an: „Kommst du vom Mars?“
Ich sage allen nur: "Das war’s."

Stecke dir ein dein Pittermesser,
dann kochst du auch woanders besser.

 

Achim Padtberg aus Gevelsberg

Das Wahrzeichen
„Warum“, so stellte ich die Frage,
„Stellt man es da oben hin?
Für teures Geld, wie ich beklage,
das Wahrzeichen, ganz ohne Sinn?“

Zu Fuß hinauf, fast eine Stunde
Geschwitzt fühl ich mein Herz erbeben.
Ich bleibe stehen, schau in die Runde
Und kann die Aussicht nun erleben.

Bis Duisburg oder Dortmund schauen
Auch Schalke sieht hier oben jeder
Man muss sich einfach hoch hier trauen,
In Bottrop, auf dem Tetraeder.

 

Werner Siepler aus Bochum

Ess- und Trinkkultur im Ruhrgebiet

Mancher Ruhrgebietsbürger ungehemmt
immer wieder mal nach Herzenslust schlemmt,
liebt kulinarisch vornehm zu speisen,
um seine Esskultur zu beweisen.

Neben dem kulinarischen Genuss
jetzt noch der Durst befriedigt werden muss,
daher häufig ein guter Tropfen fließt,
ein Gläschen Wein man sehr gerne genießt.

Doch alle feinen Delikatessen
sind nicht das typische "Revieressen".
Selbst Weine der delikatesten Art
haben im Revier keinen Kultstandard.

Die Ess- und Trinkkultur im Ruhrgebiet
traditionell aber anders aussieht.
Man bekämpft den Hunger mit Currywurst
und löscht mit ein paar Gläsern Bier den Durst.

 

Werner Siepler aus Bochum

Fußball im Ruhrgebiet

Turnvater Jahn schon volksgesundheitlich dachte
und den Sport zu einer Volksbewegung machte.
Die Technik ihm hierbei hilfreich zur Seite stand,
rasch man verschiedene Sportgeräte erfand.
Die vielfältigsten Geräte jetzt Einzug hielten,
Sportler sogar mit luftgefüllten Bällen spielten.
Als Quintessenz die Engländer den Fußball erfanden,
auch die Regeln hierzu sind auf der Insel entstanden.
Aber das Herz des Fußballs im Ruhrgebiet schlägt,
von Anfang an hat er hier die Massen bewegt,
die die komplizierten Regeln schnell kapierten
und sich mit dem "Fußball-Virus" infizierten.

Im Revier lässt der Fußball keinen unberührt,
neunzig Minuten man Kampf und Leidenschaft spürt.
Seit Jahren kämpfen Dortmund und Schalke 04
ganz verbissen um die Vorherrschaft im Revier.
Auch Bochum und Duisburg bald wieder aufsteigen
und ihren Konkurrenten die Zähne zeigen.
Trotz der Rivalität erkennen alle an,
dass Fußball ohne Fairplay nicht begeistern kann.
Aber auch in den unteren Fußballligen
wird mit großem Eifer gekickt um zu siegen.
Der Fußball im Ruhrgebiet Kultstatus genießt,
selbst wenn er seinen Fans oft die Laune vermiest.
Die vom Fußball ausgehende Emotion
ist für viele Ruhris Ersatzreligion.

Des Ruhrgebiet-Fußballs humorvolle Boten
sind eine Menge heiterer Anekdoten.
Zwei hiervon nicht an Attraktivität verlieren,
weil sie die Lachmuskeln gewaltig strapazieren.
In Dortmund sich mal der Hund eines Ordners los riss
und dann in den Hintern eines Schalker Spielers biss,
dieser sich in der glücklichen Lage befand,
dass er nur mit dem Hinterteil zum Hund hin stand.
Auch eine "Ente aus Holland" Fußball spielte,
mit watscheligen Dribblings Tore erzielte.
Als sie dann mit grammatisch sonderbarem Stil
dem Schiedsrichter verhohnepipelnd ins Wort fiel,
hatte dieser hierfür aber kein Einsehen
und die "Ente" konnte bereits duschen gehen.

So bleiben nicht nur Siege und Meisterschaften
in den Köpfen der Fußballverrückten haften,
auch heitere und seltene Randgeschehen
in ihrem Gedächtnis abrufbereit stehen.
Ihrem Verein sie immer treu ergeben sind,
erwarten, dass er möglichst jederzeit gewinnt.
Niederlagen häufig nicht mit Fassung tragen
und sich beim Fußballgott hierüber beklagen.
Für Fußballfans ist der Fußball daher nicht nur
Bestandteil der gesamten Ruhrgebietskultur,
sondern auch als eine Art Lebenselixier
stets die wichtigste Nebensache im Revier.

 

Werner Siepler aus Bochum

Thekenmannschaft

Das Ruhrgebiet ist ohne den Fußballsport
wie ein Krimi ohne einen feigen Mord.
Viele Ruhrgebietler sind fußballverrückt,
jeder Fan seinem Verein die Daumen drückt,
damit dieser immer erfolgreich dasteht
und in die Annalen des Fußballs eingeht.

Wer nur aus Spaß an der Freud vor dem Ball tritt,
pöhlt mit Herz in einer Thekenmannschaft mit.
Man spielt nach Regeln alter Tradition,
einen "Elfer" gibt es nach drei Ecken schon.
Die Elf nicht um einen Pokalgewinn ringt,
als Siegpreis lieber eine Kiste Bier trinkt.

 

Werner Siepler aus Bochum

100 Jahre Fußball an der Castroper Straße in Bochum

100 Jahre der VfL an der Castroper Straße spielt,
Mega-Erfolge jedoch in all den Jahren ausblieben,
zwei Pokalvizemeisterschaften wurden immerhin
erzielt und mit der UEFA-Teilnahme Geschichte geschrieben.

Abstiegsgespenster regelmäßig ihr Unwesen trieben,
den Fahrstuhl zwischen erster und zweiter Liga man in Betrieb nahm,
oft Trainer wegen des Misserfolgs auf der Strecke blieben,
was dann dem Verein finanziell sehr teuer zu stehen bekam.

Ich wünsche, dass der Verbleib in Liga zwei nicht zu lange dauert
und man im "Rewirpowerstadion" sportlich mehr Power zeigt,
dass der VfL nun nicht im sportlichen Niemands-
land versauert und nicht erst in 100 Jahren in die Bundesliga aufsteigt.

 

Werner Siepler aus Bochum

Freizeitvergnügen im Revier

Die Ruhrmetropole liegt nicht am Mittelmeer,
bietet daher auch kein mediterranes Flair,
dennoch hat man hier recht nah am Wasser gebaut,
im Revier zu relaxen ist keineswegs out.
Rhein,Ruhr, Lippe und Emscher fließen durchs
Ruhrgebiet und ein Netz von Kanälen die Region durchzieht.

Diese Gegend wurde rasch als Erholungsgebiet entdeckt
und folglich dann richtige Freizeitinteressen geweckt.
Bei Kaiserwetter strömen die Ruhris in Massen,
um ihre Seele mal richtig baumeln zu lassen.
Auch sportliche Aktivitäten bieten sich an,
schwimmen, joggen und Rad fahren man vergnüglich kann.


 

Werner Siepler aus Bochum

Du bist ein "Ruhri", wenn du

auf ein gepflegtes Pils und Currywurst stehst
und hierfür meilenweit durch deine Stadt gehst,
tausend Mal den FC Schalke 04 verfluchst,
doch mit Begeisterung jedes Heimspiel aufsuchst,
die Tore des Torjägers Klaus Fischer vermisst,
den Schlachtruf Li-bu-da zeitlebens nicht vergisst,
dich regelmäßig im Bermuda-Dreieck "verirrst",
aber dennoch die Kneipenkultur nicht meiden wirst,
obwohl deine Vaterstadt nicht die schönste ist,
du mit Leib und Seele ein "echter Ruhri" bist!!


 

Werner Siepler aus Bochum

Ruhrgebietsbürger

Mit welchen Maßstäben man das Ruhrgebiet auch misst,
in jeder Hinsicht es ein starkes Stück Deutschland ist.
Die Menschen des Reviers auf festen Füßen stehen,
aufgeschlossen sind und kritisch mit der Zeit gehen,
ihr Umgangston ist rau, aber herzlich und direkt,
zollen ihren Mitmenschen den nötigen Respekt,
sind keine arrogant auftretenden Schaumschläger,
sondern äußerst liebenswerte Sympathieträger.


 

Werner Siepler aus Bochum

Bochumer Bürger

Wenn ein Bochumer Bürger seiner Stadt
ausnahmslos die Treue gehalten hat,
obwohl er ein Konzerthaus nach wie vor vermisst,
aber dennoch ein "Bo-Sy-Fan" geblieben ist,
den VfL trotz mieser Leistungen nicht verfluchte,
seine Heimspiele mit neuen Hoffnungen aufsuchte,
so manchen Zug durchs "Bermuda-Dreieck" machte,
die "Wirtschaftslage" somit zum Blühen brachte,
außerdem an jedem Bratwurst- und Pommesstand
die "Echte von Dönninghaus" sofort herausfand,
ist als Bürger, der nicht auf "Schicki-Micki-Flair" abfährt,
für die Stadt Bochum sicherlich von ungeheurem Wert!

 

Maggy Jeler aus Mülheim

Hallo und so!

Hallo und so
Alle hier und anderswo
war solange nicht mir hier
und trank doch manches Bier.

So richtig richtig ist das nicht,
geht es doch hier um eins
jetzt weiss ich es Ihr braucht jetzt Licht
ein Ruhrgedicht ist das hier keins.

Das Wort Ruhr erwähnt
macht es zum Gedichte
so ist sie rund diese Geschichte.

Drum sag ich jetzt Gut Nacht und tschüss
das wir uns sehen ist fast gewiss!

 

Maggy Jeler aus Muelheim an der Ruhr

HerbstRuhr - Mülheimer Weisheiten

Die Ruhr im Herbst, siehst Du es schon schon,
gar munter tanzen Blätter.

Die Bäume lieben die Frühlingssonn
und die Ruhr fliesst bei jedem Wetter!

 

Peter Maria J. Anselstetter aus Essen

Oma Krause trinkt ne Brause -
Opa Kurt schlürft den Joghurt.
Hubert füttert seine Tauben -
Ali betet für den Glauben.
Peter-Maria öffnet das Theater -
unser Jupp wird gerade Vater.
Dirk kauft Tabak anner Bude -
Detlef ist und bleibt ein Lude.
Micha zapft derweil ein Bier -
O, was ne Vielfalt im Revier.

 

Gabi Dauenhauer aus Essen

Ein Playboy aussem Pott gibt sich
und stylt sich sehr jung, denn er liebt sich
schon immer allein
das wird stets so sein.
Inzwischen ist er zweiundsiebzig.

 

Ariane Raspe aus Essen

Im Ruhrgebiet, im Ruhrgebiet
da gibt es oft auch mal ein Lied
wie schön et is hier anne Ruhr,
dat find´ich klasse - Kultur pur!
Dabei nicht zu vergessen:
unser schönes Essen!
Und abends geh´ich in´Schacht
und wünsche allseits "Gute Nacht"!
Hömma, samma, kumma:
war dat nich ´ne dolle Nummer?!

 

Regina Rogalski aus Bochum

In Wattenscheid bin ich geboren
in Bochum daher nichts verloren.

In den 70 gern ging unsere Eigenständigkeit verloren, leider
doch nun gibt es wieder Neider..

Unser Autokennzeichen WAT macht das Rennen
das dürfen wir nicht mehr verpennen.

Unsere Vorwahl 02327 gehütet wie ein Schatz
verwählt ? wir machten Bochum beim Anruf keinen Platz.

Egal nur eins wurde nicht bedacht bei meiner Geburt hört bloss weg
auf der Bochumer Straße lag ich im Bett.

Hausgeburt wie die Eltern es nannten
den Bezug zu Wattenscheid, sie nicht erkannten.

Egal es tröstet mich ja nur
ein Mädel aus dem Ruhrgebiet bleibt in der Spur.

Und wenn es unsere A40 ist die Autobahn zum fahren
da können wir auch bleiben stehen um unseren Spitzname dafür zu bewahren.

Standspur :-)
also Luxus pur.

Parkplätze soweit das Auge reicht
Macht uns das Leben nicht immer leicht.

Doch will ich niemals tauschen
Und mich weiter an meiner Stadt berauschen

 

Helga König aus Oberhausen

Die Ruhr
Sie ist für mich nicht nur ein Fluss,
dem man Beachtung schenken muss,
sie ist für mich ein Wegbegleiter
in meiner Jugend und noch weiter.
Sie fließt durch weite, grüne Wiesen,
vorbei an Häusern und an Schornsteinriesen,
streift Abraumhalde, Reihenhaus,
lockt Menschen zur Natur hinaus.
Sie prägt die Landschaft und die Menschen,
ist Wasserstrasse, Lebensader.
Ist sie europaweit bekannt?
Das Ruhr-Revier ist unser Land!
Ganz in der Näh´ der Park am Deich,
war mir als Kind mein Zauberreich,
kein Baum zu hoch, kein Weg zu weit,
zum "streupen" lud fast alles ein.
Für meine Söhne, Jahre später,
war mein Revier auch ihr Revier.
Die Ruhr fließt wie zu Zeit der Väter,
der Park lockt Kinder, Jogger, Rentner.
Die Ruhr mit Park, sie sind für mich
ein Stückchen Jugendzeit und Heimat.
Oft schweift der Blick zurück, wird nachdenklich:
Schön war die Zeit, ich denk an dich!

 

Gaby Jung aus Bochum

Ein Gedicht bis zur Mündung von der Quelle,
das schreibt man nicht so auf die Schnelle.
Es braucht viel' Worte und Gedanken.
Zum Glück fließt die Ruhr ganz ohne Schranken!

 

Birgit Algermissen - Mania aus Oberhausen

Oberhausen meine Heimat, hier wo ich zu Hause bin, Kaisergarten, Gasometer, Centro und manch schöner Wald,
Ruhrgebiet hat viel zu bieten, hier kommt man sehr gerne hin.
Heimat, die hat einen Namen, hier bleib ich für alle Zeit,
Menschen, die mir lieb verbunden, zu mir stehen in Freud und Leid.


 

Jean-Christoph Paul aus Dortmund

Bin in einer kleinen Stadt im Norden geboren. Heimat suchend seit Jahren auf der Tour.
Hab mein Herz auf vielen Reisen verloren, schlagen höre ich es an der Ruhr

 

baerbel felsmann aus muelheim

Zwei Rentner morgens beim buetterken
Na wo gehn wer heut ma hin
Die sonne läd zum ausgehen ein
Komm ziehn wir noch en Käffken rein
Danach da gibt es eines nur:
Wir gehen bummeln anne ruhr.

 

Jean-Christoph Paul aus Dortmund

Bin in einer kleinen Stadt im Norden geboren
Heimat suchend seit Jahren auf Tour
Hab mein Herz auf vielen Reisen verloren
Schlagen höre ich es an der Ruhr

 

Maggy Jeler aus Muelheim an der Ruhr

Ganz schön heiter!

Ganz schön heiter
ist das Ruhrgedicht,
darum dicht ich munter weiter.
Im Sonnenschein und Zimmerlicht,
enstehen munter Reime,
Mal dichten Viele, mal tus du es alleine.
Stets ist es kurzweilig und schön
mal mit Sinn oder ohne,
ein Schmunzeln bleibt auf dem Gesicht,
das ist des Lesers "Lohne"!



 

Ingrid Butchereit aus 59174

Das Leben hier im Ruhrgebiet
ist anders, als in Bayern.

Wir brauchen kein Oktoberfest--
wir können auch hier gut feiern.

Man denke an die vielen Feste,
die jede Stadt zu bieten hat.

Jeder kommt auf seine Kosten--
es gibt gute Laune satt.

Hier gibt´s auch keine Alpen
und auch keinen Föhn.

Es gibt hier Wälder, Parks und Auen--
überall ist´s wunderschön.

Die Menschen hier im Pott
sind von besonderer Art--

das Herz auf der Zunge,
dabei großzügig,ehrlich und apart.

Man sagt, sie sind zwar manchmal etwas stur,
wenn´s stimmt, dann ist´s halt so--
es ist ihre Natur.

Ich liebe es hier zu leben
als Fan vom BVB,

und wenn ich dann am Sonntagabend
den "Dortmunder Tatort" seh,

weiß ich: " Hier im Pott bin ich daheim
und das wird wohl für immer sein."

Wer einmal war im Ruhrgebiet
und das ist wirklich wahr--

kommt immer wieder gern zurück
und das Jahr für Jahr.

 

Werner Siepler aus Bochum

Mein Ruhrgebiet

Früher man im Ruhrgebiet vom Bergbau gelebt hat.
Vor geraumer Zeit fand dann der Strukturwandel statt.
Verschiedene Industriebereiche entstanden,
Bergleute jetzt hier neue Arbeitsplätze fanden.
Durch das Zechensterben die Luftverschmutzung abnahm
und die saubere Luft den Bürgern zugute kam.
Da keine Dunstglocke mehr über dem Revier steht,
verbesserte sich deutlich die Lebensqualität.

Ref.: Meine Heimat ist und bleibt das Ruhrgebiet,
deshalb es mich immer wieder hierher zieht.
Mit welchem Maßstab man das Revier auch misst,
die Region ein starkes Stück Deutschland ist.

Der Mensch im Ruhrgebiet auf festen Füßen steht,
sich aufgeschlossen gibt und stets mit der Zeit geht.
Sein Umgangston ist grob aber herzlich und direkt,
er zollt seinen Mitmenschen den nötigen Respekt.
Als liebenswerter Mensch und Sympathieträger
wirkt er nie wie ein Schlauschwätzer und Schaumschläger.
Die Currywurst mit Pommes ist sein Lieblingsgericht,
ein kühles und gepflegtes Pils verachtet er nicht.

Ref.:

Der Ruhri nicht nur einen Stiefel vertragen kann,
steht auch in widrigen Lebenslagen seinen Mann.
Kritische Worte nicht gleich auf die Goldwaage legt,
bei Diskussionen sein Herz auf der Zunge trägt.
Als überzeugter Ruhrgebietler und ehrliche Haut,
auf Mitbürger nicht arrogant von oben herab schaut.
So kann das Ruhrgebiet seinen Ruhris vertrauen
und mit großer Zuversicht in die Zukunft schauen.


Eisgenuss

Zu Zeiten, als man im Revier kaum auf Eisdielen stieß,
der Eismann alle Kinderherzen höherschlagen ließ.
War er zu hören, gerieten wir außer Rand und Band,
sind wie die geölten Blitze zum Eiswagen gerannt.

Haben hier die letzten Pfennige zusammengekratzt
und für ein Bällchen Eis damals einen Groschen gelatzt.
Ob Vanille, Schokolade, Erdbeere oder Nuss,
jede Geschmacksrichtung war schon ein himmlischer Genuss.

Die Krönung dazu aus einem Häubchen Sahne bestand,
falle man in seiner Tasche noch ein paar Pfennige fand.
Taschengeld in Kinderhand war knapp bemessen und rar,
das Eisschlecken war von Kindern fast nicht finanzierbar.

Folglich haben wir manche Kollekte angezettelt,
Mama und Papa, Oma und Opa angebettelt,
Flaschen gesammelt und das Pfandgeld sofort investiert,
so immer mal wieder ein leckeres Eis konsumiert.

War zu wenig Geld da, um die Lust auf Eis zu stillen,
kauften wir Kids für fünf Pfennig Salmiakpastillen,
haben diese mit Spucke auf den Handrücken geklebt
und beim Abschlecken auch einen tollen Geschmack erlebt.

Bekomme ich heute mal einen Eisbecher serviert,
die gute alte Zeit unweigerlich Revue passiert,
so bilde ich mir ein beim genussvollen Eisschlecken,
Salmiakpastillen-Aroma herauszuschmecken.


Überstunden und Doppelschichten der Bergleute

Als alle Zechen noch mit Kohle "Kohle" machten,
die Arbeitskraft der Bergleute hoch im Kurs stand,
die das begehrte schwarze Gold nach oben brachten,
auch im Ruhrgebiet das Wirtschaftswunder stattfand.

Die harte Maloche scheuten die Bergleute nicht,
nahmen manch eine Akkordüberstunde mit,
kloppten sogar hin und wieder eine Doppelschicht,
am Monatsende zählte der "lohnende Schnitt."

Am Zahltag sie dann in der Kneipe einen hoben,
bei Bier und Korn Stimmung pur aufgekommen ist,
haben auch hier viele Überstunden geschoben,
wurden dann von der Angetrauten schnell vermisst.

Trotz der ein wenig besser gefüllten Lohntüte,
die Gattin sie nicht gerade freundlich empfing,
wegen Kneipenbesuchs das blaue Wunder blühte
und der Haussegen eine Weile recht schief hing.


 

Heinz Dohmen aus Essen

Die Ruhr is lang un rein un schön,
da tät man gern drin schwimmen gehn
wie´s Fischlein in den Wellen
beim Sonnenschein, dem hellen!

 

Werner Siepler aus Bochum

Klüngelskerle im Ruhrgebiet
Jeder ältere Revierbürger noch die Klüngelskerle kennt.
Aus heutiger Sicht gehörten sie zum Entsorgungsmanagement.
Schrott und ähnliche Dinge, die in den Kellern vergammelten,
für ein paar lumpige Pfennige kauften und einsammelten.
Anfangs hat man auf Pferd und Wagen als Transportmittel vertraut,
später den Krempel auf ein DKW-Dreirad-Auto verstaut.

Ihr wohlklingendes Flötenspiel die Leute eindrucksvoll lauschten
und dann ihren unbrauchbaren Schrott gegen Bares eintauschten.
Doch Flötenspiele in live gehören der Vergangenheit an,
heute wohl kaum ein Schrotthändler Melodien live flöten kann.
Unter Ausnutzung gängiger Technik nach dem neuesten Stand,
kommen heutzutage die Flötentöne meist nur noch vom Band.

Um an einige Groschen und etwas Kupfergeld zu kommen,
haben auch wir Kids früher Entrümpelungen vorgenommen,
was nicht niet- und nagelfest war, beim Klüngelskerl zu Geld gemacht,
dieses dann fix zu unserem Büdchen an der Ecke gebracht,
kauften Himbeerbonbons, Karamellen oder Lakritzschnecken
und ließen uns den süßen Kinderschmaus nach Herzenslust schmecken.


A 40 - Ruhrschnell/schleichweg
Die A 40 wird die Schlagader des Ruhrgebiets genannt,
war früher als B 1 und A 43O bekannt,
durch die Ruhrmetropole von Duisburg bis nach Dortmund führt,
jeder Nutzer des Ruhrschnellwegs häufig puren Stress verspürt,
weil hier jeden Tag über 100.000 Autos rollen
und fast alle möglichst zeitig ihr Ziel erreichen wollen,
sind "Stop-and-go-Verkehr" und längere Staus vorprogrammiert,
so dass der Ruhrschnellweg dann urplötzlich zum Ruhrschleichweg wird.

Der "Ruhri" jeden Stau auf der A 40 fürchtet und hasst,
hat sich der nervtötenden Lage weitgehend angepasst,
ist dennoch über alle Beeinträchtigungen empört,
besonders das "unnütze Parken" auf der A 40 stört.
Da aber das Ruhrgebiet von der Autobahn profitiert,
weil hierdurch die Infrastruktur des Reviers funktioniert,
werden Unannehmlichkeiten schweren Herzens weggesteckt
und mit dem Mantel des Verstehens großzügig zugedeckt.

Während die Autofahrer konsequent ihr Ziel anstreben,
ihre Schutzengel wachsam über die A 40 schweben,
begleiten ihre Schützlinge und geben behutsam acht.
Trotz der Obhut es jedoch hin und wieder gewaltig kracht,
denn zu viele Autofahrer riskieren Kopf und Kragen,
bringen sich und andere in extrem kritische Lagen,
die ihre Schutzengel manchmal weder ahnen noch sehen
und in diesem Moment nicht beschützend zur Seite stehen.

Das "Still-Leben" auf der A 40 im Kulturhauptstadtjahr
ein Superevent von nicht mehr zu toppender Klasse war.
Auf 60 Kilometern sich die "Ruhris" präsentierten
und an 20.000 Tische Köstlichkeiten servierten.
Es wurde gefeiert, musiziert, geradelt und flaniert,
jeder Teilnehmer hat sich friedlich und bestens amüsiert.
So entstand auf der Autobahn ein Fest voller Freude pur,
denn auch der Ruhrschnellweg ist ein Teil der Ruhrgebietskultur.

 

Werner Siepler aus Bochum

Der Mondpalast von Wanne-Eickel

Der Mond von Wanne-Eickel ist ein Planet,
der nachts leuchtend über dem Ruhrgebiet steht.
Sobald sich die Sonne zur Ruhe begibt,
er immer pflichtbewusst seinen Nachtdienst schiebt,
steht Pate für ein Theater in der Stadt,
das man kurzerhand Mondpalast genannt hat,
ein Volkstheater, das gekonnt und gezielt
Komödien aus dem Ruhrpott-Milieu spielt,
denn Hausautor, Regisseur und Intendant
sind als Ruhrgebietskenner dafür bekannt,
wahre Reviergeschichten aufzuspüren
und humorvoll und ehrlich aufzuführen.
Als Kopf des Hauses der Prinzipal fungiert,
was er auch anpackt, bestens funktioniert,
den Mondpalast wirtschaftlich auf Kurs brachte
und zum beliebten Ruhrtheater machte.
Die Stücke kommen beim Publikum gut an,
jeder sich unbeschwert amüsieren kann,
daher stets gerne in den Mondpalast strebt,
aber noch lange nicht hinter dem Mond lebt.

 

Erich Braun aus Mülheim

Das Mülheimlied (E-Dur)

1. Ein jeder Mensch fährt gern hinaus ins Grüne.
Liebt Blumen, Bäume und die frische Luft.
Bestaunt die schönen Dinge aus den alten Zeiten.
Genießt von Pferd und Kuh den starken Duft.
Wir leben hier an Rhein und Ruhr.
Man sagt es gibt hier Kohle nur,
viel Staub, Gestank und lauter Industrie.
Doch wer einmal nach Mülheim kommt,
der ändert seine Meinung prompt.
Hier ist es grün, die Stadt ist sauber und voll Sympathie.

Ref.: Kommt her zum Mittelpunkt Europas.
Zur Metropole Mülheim an der Ruhr.
Hier gibt`s supertolle Sehenswürdigkeiten.
Nur nette Leute und die herrliche Natur.
2. Vom Kloster Saarn bis hin zum Schloß von Styrum
da schlängelt sich die Ruhr wie blaues Band.
Die vielen Brücken bieten tolle Möglichkeiten,
zu wandern durch das blumenreiche Land.
Die grünen Auen an der Ruhr,
der Wasserbahnhof, Blumenuhr,
Schloß Broich und auch ein Pavillon aus Glas,
die Stadthalle mit Charme und Schick,
der Ringlokschuppen voll Musik,
sie laden ein zu viel Erholung und zu Spiel und Spaß

Ref.: Kommt her zum Mittelpunkt Europas. …




3. Ein Einkaufsbummel durch das edle Forum,
die Schloßstraße "Ein-Euro-Shopping" pur.
Und dann Ruhrbania, die Luxuspromenade,
mit Drachenbooten feiern: "Voll die Ruhr!"
Die Kneipen in der Altstadt hier,
mit gutem Essen, frischem Bier,
die Petrikirche, das Tersteegenhaus,
der Airport mit `nem Zeppelin,
der fährt uns über`s Ruhrtal hin
wie schön, sieht unser Mülheim von oben aus.

Ref.: Kommt her zum Mittelpunkt Europas. …

 

Falk Hagen aus Essen

Hier auf der RÜ, da ist dat schön
da kann man viele Menschen sehn.

 

Werner Siepler aus Bochum

Ruhrgebietserinnerungen aus den fünfziger Jahren

Erlebnisse der fünfziger Jahre manchem Revierkind
bis zum heutigen Tag in Erinnerung geblieben sind.
Folgende, für die frühere Zeit normale Geschehen,
werden jetzt noch mit einem schmunzelnden Lächeln gesehen:

Vater den Kindern gerne eine Überraschung machte,
indem er gelegentlich mal "Hasenbrote" mitbrachte,
Knifften, die unter Tage keinen Appetit weckten,
den Kindern aber abends besonders lecker schmeckten.

Auf dem provisorischen Sportplatz mit roter Asche war
jeder eifrig kickende Junge ein "kleiner Fußballstar."
Die von der roten Asche gezeichneten Knie und Hacken
waren auch früher schon das Ziel gegnerischer Attacken.

Molche fangen zu den Hobbys der Jungen gehörte,
dieser Jagdtrieb den Tierschützern damals kaum empörte.
Die Amphibien aus Tümpeln man in die Tasche steckte
und mit den Tierchen in der Schulklasse die Schicksen schreckte.

Sonntags Vater immer zum Frühschoppen in die Kneipe ging.
Sohnemann auf Geheiß der Mutter in seinem Schlepptau hing,
denn sie hatte ihn sehr eindringlich in die Pflicht genommen,
rechtzeitig mit Vater zum Mittagessen heimzukommen.

Deputatkohle wurde einfach auf die Straße gekippt,
die ganze Familie hat sie in den Keller geschippt,
auch die Kinder wurden bei diesen Arbeiten eingespannt,
haben rußbeschmutzt und mit Freude fleißig Kohlen gepannt.

Die Umweltverschmutzung durch die Kokerei war kolossal,
sogar die Wäsche auf der Leine wurde ganz grau und fahl.
Der penetrante Geruch die Menschen zur Verzweiflung trieb,
Umweltschutz in der damaligen Zeit noch keiner groß schrieb.

Diese Erlebnisse es für die Kids heute nicht mehr gibt,
als Ersatz wird der Computer über die Maßen geliebt,
mit großem Eifer sie surfend im Internet klicken,
elektronische Post an Gott und die Welt verschicken.



 

Werner Siepler aus Bochum

Der Milchmann

Noch bis in den goldenen Wirtschaftswunderjahren,
sah man ihn durch die Straßen des Kohlenpotts fahren.
Er bot seine verschiedensten Milchprodukte an,
jeder Bewohner kannte den eifrigen Milchmann.

Die Milch von glücklichen Kühen verkaufte er lose,
allein Glücksklee und Bärenmarke gab´s in der Dose.
Für den Transport der Milch war die Milchkanne allemal
viel umweltfreundlicher als Verpackungsmaterial.

Viele Hausfrauen kauften die frische Milch wohl bedacht
und in der Hoffnung, dass Milch müde Männer munter macht,
doch die Hoffnung verpuffte und ihnen wurde schnell klar,
dass diese Annahme eine Milchmädchenrechnung war.

Manches Kind hat mit der Kanne die Fliehkraft ausprobiert,
fest überzeugt, dass alles glatt verläuft und nichts passiert.
Machten aber Milch und Fliehkraft kein "gemeinsames Ding,"
das Experiment oft gewaltig in die Hose ging.

Der Tetrapak, der später als Verpackung einschlug,
zur Einstellung des Verkaufs der losen Milch beitrug.
Abgepackte Milch nun in jedem Ladenregal stand
und der Milchmann nach und nach aus dem Straßenbild verschwand.

Nicht alle Kids wissen, dass man von der Kuh Milch bezieht,
geschweige denn, wie so ein Tier lebt und wie es aussieht,
können auch nicht die Farben des Rindviehs benennen,
nur die lila Kuh aus der Fernsehwerbung kennen.
















Er bot seine verschiedensten Milchprodukte an,
jeder Bewohner kannte den eifrigen Milchmann.

 

Werner Siepler aus Bochum

Taubensportler Jupp

Im Ruhrgebiet wird der Sport seit jeher groß geschrieben,
neben dem Fußball, den die Fans über alles lieben,
die unterschiedlichsten Sportarten hoch im Kurs stehen,
dagegen ist vom Taubensport nur wenig zu sehen.
Dabei lag dieser früher hinter Fußball auf Platz zwei,
Taubenvater Jupp ist nach wie vor noch aktiv dabei,
seine Tauben die Rennpferde des kleinen Mannes nennt und die Stärken und Schwächen der Rennpferdchen bestens kennt.

Jede Woche er seine Tauben auf die Reise schickt,
tags drauf dann vom Taubenschlag aus suchend zum Himmel blickt
und den fliegenden Juwelen hierbei die Daumen drückt,
damit die Rückkehr zum Taubenschlag unbeschadet glückt,
hält die Taubenuhr bereit, um zu dokumentieren,
wann die gefederten Athleten ihr Ziel passieren.
Siegreiche Flüge werden stets hinreichend genossen
und gemeinsam mit Vereinskameraden begossen.

Doch auch Tauben knallhartem Leistungsdruck unterliegen.
Wenn sie nur unter "ferner sind noch gestartet" fliegen
und das erwartete Ziel klar und deutlich verfehlen,
obwohl sie für Jupp zum Kreis der Favoriten zählen,
kostet ihnen die Pleite trotz seiner Liebe den Kopf,
landen schließlich als Delikatesse in seinem Topf,
wodurch bewiesen ist und nun mal eindeutig feststeht,
dass Jupps Liebe zu den Tauben auch durch den Magen geht.

 

Jörg Zimkeit aus Oberhausen

Ruhrpott, Ruhrpott wunderbar,
du bist immer für mich da
und an Emscher, Rhein und Ruhr
tobt das Leben pur.

 

Werner Siepler aus Bochum


Reviercowboys

Die früheren Cowboys der Ruhrregion
waren Giganten der Ruhrgebietsstraßen,
wurden auch ohne Pferd zur Attraktion,
wenn sie in ihrem Opel Manta saßen.

Die Haare frisch gestylt und modisch gekämmt,
ihre Füße in Cowboystiefeln steckten,
mit dem ärmellosen knallbunten Netzhemd
geheime Wünsche der Damenwelt weckten.

Ihre Boliden mit rund neunzig PS
ließen sich durch das Tunen noch aufmotzen
und die Mantacowboys konnten stolz und kess
hiermit bei den Ischen großspurig protzen.

Mantafahrer hatten viel Benzin im Blut,
des nachts auf der B 1 Rennen austrugen,
hielten ihren hirnlosen Wahnsinn für Mut,
selbst Warnungen der Schutzengel ausschlugen.

Doch der Bau der Mantas wurde eingestellt,
das Hobby der Cowboys radikal gekillt.
Da der Manta nicht unter Artenschutz fällt,
sieht man ihn nur noch selten im Straßenbild.

So wurden mit der Zeit aus der Mantazunft
äußerst passable menschliche Vertreter,
rücksichtsvolle Menschen mit Hirn und Vernunft
und pflichtbewusste Familienväter.

 

Werner Siepler aus Bochum

Die Halbstarken

Auch im Ruhrgebiet vor vierzig - fünfzig Jahren,
die Halbstarken Schrecken der Gesellschaft waren,
hielten selten gesellschaftliche Normen ein
und träumten ein Mitglieder der "Hell Angels" zu sein.

Geld für schwere Maschinen konnten sie kaum sparen,
sind so nur Kreidler Floretts und Zünddapps gefahren,
die Zweitakter liefen nicht schnell, dafür aber laut,
wurden speziell für "Möchtegernrocker" gebaut.

Das Outfit der Biker war nicht zu überbieten,
es bestand aus einer Lederjacke mit Nieten.
Von echter Schönheit und rustikaler Eleganz
zeigte sich der am Lenker angebrachte Fuchsschwanz.

Zu Dutzenden knatterten sie mit Rockerfaible,
umhüllt von einer dicken Wolke Zweitaktnebel,
auf ihren Maschinen locker und äußerst leger
mit ihrer Perle auf dem Soziussitz umher.

Verkehrsregeln diese Wilden oft nicht einhielten,
grob leichtsinnig mit der Verkehrssicherheit spielten,
auch ihre Fahrkünste gewaltig überschätzten,
dadurch sich und andere oft derbe verletzten.

Doch mit der Zeit überkam den meisten die Vernunft,
steuerten in eine durchaus stabile Zukunft,
waren ihre Jugendsünden auch ziemlich fatal,
so sind sie heute sehr seriös und stinknormal.

 

Werner Siepler aus Bochum

Nah am Wasser gebaut

Die Ruhrregion liegt nicht am schönen Mittelmeer
und bietet daher auch kein mediterranes Flair,
viele deshalb Urlaub im Mittelmeerraum buchen,
die Sonne an Riviera und Cote d´Azur suchen.

Im Revier dagegen zu relaxen ist nicht out,
denn auch hier wurde häufig nah am Wasser gebaut.
Rhein, Ruhr, Lippe und Emscher fließen durchs Ruhrgebiet
und ein Netz von Kanälen den Kohlenpott durchzieht.

Auf den Kanälen fand früher reger Transport statt,
Kohle, Stahl und Erz man tonnenweise verschifft hat.
Nach dem Strukturwandel ließ zwar die Verschiffung nach,
trotzdem liegen die Kanäle im Revier nicht brach.

Schnell wurden sie als Naherholungsgebiet entdeckt
und haben große Freizeitinteressen geweckt.
Bei schönem Wetter strömen die Ruhris in Massen,
um hier ihre Seele richtig baumeln zu lasen.

Auch sportliche Aktivitäten bieten sich an,
joggen und Rad fahren man ganz hervorragend kann.
Freizeitskipper können nun auf "große Fahrt" gehen,
sogar Yachthäfen ihnen zur Verfügung stehen.

Wenn die Sonne mal streikt und es zudem noch regnet,
weil der liebe Gott seine Revierschäfchen segnet,
besteht kein Grund, verärgert die Haare zu raufen,
denn die Capri-Sonne kann man am Büdchen kaufen.

 

Werner Siepler aus Bochum

Die Ruhr

Weil man die Ruhr als das Markenzeichen des Reviers kennt,
die Region zu Ehren des Flusses Ruhrgebiet nennt.
Vom Kahlen Asten bis Duisburg-Ruhrort sie unentwegt
über zweihundertneunzehn Kilometer zurücklegt,
kostbares Trinkwasser den Menschen zur Verfügung stellt,
zudem Wasser für Industrieanlagen bereithält,
übernimmt eine wichtige Versorgungsfunktion,
ist "Lebensader und Herzstück" der ganzen Region.

Schon der "Alte Fritz" volkswirtschaftlichen Weitblick bewies,
den Fluss damals als Wasserstraße schiffbar machen ließ.
Im 19. Jahrhundert die Schifffahrt auf der Ruhr blühte,
die Industrie sich um Schiffskapazitäten bemühte.
Die Ruhr war eine der wichtigsten Wasserstraßen im Land,
in Duisburg der größte Binnenhafen Europas entstand.
Als Ende 1900 die Ruhrtal-Bahn zum Einsatz kam,
der Transport von Gütern auf der Ruhr dann allmählich abnahm.

Da man heute nur noch Personenschiffe auf der Ruhr sieht,
sie Wassersportler der verschiedensten Art magisch anzieht,
bedenkenlos wieder in der Ruhr geschwommen werden kann,
denn die Wasserverschmutzung gehört der Vergangenheit an.
Im Gegensatz zu früher ist die Ruhr nun sauber und klar,
ihre Wasserqualität zählt zur Güteklasse A.
Auch Angler dies mit besonderer Zufriedenheit sehen,
die Fische der Ruhr wieder auf ihrem Speiseplan stehen.

 

Werner Siepler aus Bochum

Witwe Spähkötter

Über Geschehen, die in der Welt passieren,
uns verschiedene Medien informieren.
Was aber in unserer Straße so abgeht,
in keiner hiesigen Zeitung geschrieben steht.
Diese Infolücke Witwe Spähkötter füllt,
die das Treiben der ganzen Nachbarschaft enthüllt,
entwickelte sich so zu einem Tageblatt,
das umfangreichen Tratsch und Klatsch zu bieten hat.
Um daher möglichst alles genau zu wissen,
liegt sie mit der Brust bequem auf einem Kissen,
um aus dem Fenster das Umfeld zu betrachten,
obwohl feine Damen doch Neugier verachten.

Getarnt mit Lockenwicklern im Hausfrau-Outfit,
kriegt Witwe Spähkötter alle Fehltritte mit,
wer nicht zur Reinigung der Anlagen beiträgt,
insbesondere im Winter keinen Schnee fegt,
wer den Feierabend in der Kneipe verbringt,
anschließend die Nachbarn lautstark aus dem Schlaf singt,
wer zur Nachbarin kommt und wie lange er bleibt,
womöglich es noch mit der alten Schachtel treibt.
Ihre Enthüllungen verbreitet sie empört,
deshalb auch nicht zu den Beliebtesten gehört.
Doch letztlich steht ganz eindeutig außer Frage,
sie ersetzt jede Überwachungsanlage.

 

Walter Hykel aus Essen

Die Ruhr
fließt meist in Dur
und manchmal auch in Moll,
was sie aber gar nicht soll.

 

Werner Siepler aus Bochum

Eine Reise wert

Im Kulturhauptstadtjahr viele Menschen Kulturelles suchten,
deshalb kulturbewusst Reisen zur Metropole Ruhr buchten.
Folglich mehr Gäste als gewöhnlich in die Region kamen
und an kulturell geprägten Veranstaltungen teilnahmen,
außerdem Sehenswürdiges in großer Anzahl vorfanden,
manche staunend vor dem Weltkulturerbe Zollverein standen.
Letztendlich hat jedes mit viel Herzblut durchgeführte Projekt
reges Interesse der Gäste für das Ruhrgebiet geweckt.
Auch Einkaufsbummel wurden fröhlich und entspannt vorgenommen,
florierender Umsatz ist dem Handel zugute gekommen.

Das Revier sich so als Kulturhauptstadt einen Namen machte
und den Tourismus in der Region stark nach vorne brachte.
Auf der touristischen Landkarte erscheint die Ruhrregion
neuerdings sogar als eine touristische Attraktion.
Popularität heißt das hieraus resultierende Fazit,
denn jetzt kennt die Welt das wirklich einzigartige Ruhrgebiet.
Auch wenn der Wettergott es nicht immer gut mit dem Revier meint,
die Sonne mal äußerst verhalten oder überhaupt nicht scheint
und demonstrativ allen Revierbürgern den Rücken zukehrt,
ist das Ruhrgebiet trotz des miesen Wetters eine Reise wert.


 

Werner Siepler aus Bochum

Die gute alte Dampflokomotive

1835 die erste deutsche Dampflok zum Einsatz kam,
auf der Strecke von Nürnberg nach Fürth ihre Fahrt aufnahm.
Auch im Ruhrpott man das Wunderwerk der Technik schätzte
und die erste Dampflok fünf Jahre später einsetzte.
Nach und nach im Revier ein Schienennetz installierte,
mit der Bahn vorwiegend Erz und Kohle transportierte.

Später dann den Personentransport auf die Schiene brachte,
mit der Beförderung einen lukrativen Schnitt machte.
Die Transporte auf der Schiene in der Blütezeit standen,
viele Menschen bei der Bahn nun einen Arbeitsplatz fanden,
doch der Fortschritt der Technik erfolgte im Riesenschritt,
Menschen und Dampfloks hielten das Tempo oft nicht mehr mit.

Ab den Sechszigerjahren wurde die Bahn modernisiert
und das ganze Streckennetz peu a´peu elektrifiziert.
E-Loks jetzt den Platz der alten "Dampfrösser" einnahmen,
einige Dampfloks ins Eisenbahnmuseum kamen,
werden von Eisenbahnfans liebevoll gehegt und gepflegt,
hin und wieder mit viel Freude sogar nostalgisch bewegt.

Jede Nostalgiefahrt mit einem "Dampfross" fasziniert,
von Eisenbahnfreunden begeistert angenommen wird,
sind erstaunt, wie gewaltig das alte "Dampfross" faucht und raucht
und wie lange um auf Touren zu kommen, die Lok noch braucht,
manch einer denkt wehmütig zurück an das Einschulungsjahr,
als sein Berufswunsch damals doch tatsächlich Lokführer war.


 

Werner Siepler aus Bochum

Arbeitersiedlungen

Als die Industrie in der Ruhrregion noch blühte,
man sich redlich um das Wohl der Arbeiter bemühte,
für diese Menschen dann Wohnsiedlungen errichtet hat,
sie prägen noch heute das Gesicht mancher Revierstadt.

Durch diesen sicher wichtigen sozialen Aspekt,
haben die Unternehmer unter anderem bezweckt,
dass Arbeiter, die schön wohnen und zufrieden leben,
sich schneller erholen und im Job stets alles geben.

Die Wohnungen gehobenen Ansprüchen genügten,
über den aktuell modernsten Komfort verfügten,
hierdurch eine bessere Lebensqualität entstand,
Nicht-Ruhris haben diese Wohnkultur so nicht gekannt.

Sogar ein Stall für Kleinvieh zu den Wohnungen zählte,
doch baden tat man in der Küche, weil ein Bad fehlte.
Eine große Errungenschaft die Wasserklos waren,
nun konnten sich die Mieter den Weg zum Plumpsklo sparen.

Heute viele Siedlungen unter Denkmalschutz stehen,
sind architektonisch als Augenweide zu sehen,
von Grund auf renoviert und liebevoll herausgeputzt,
werden sie heute noch gerne als Wohnstätten genutzt.

 

Werner Siepler aus Bochum

Ruhrfestspiele

Als einen kulturellen Höhepunkt im Ruhrgebiet,
der Ruhri die Ruhrfestspiele in Recklinghausen sieht.
Ein Mythos für die Entstehung der Spiele Pate steht,
die nachfolgende Begebenheit darauf zurückgeht:

Der Winter nach Kriegsende verlangte den Menschen viel ab,
durch die strenge Kälte wurden die Brennstoffe äußerst knapp.
Weil der eisige Winter partout nicht enden wollte,
niemand wusste, wie er ohne Kohle heizen sollte,
hatten frierende Hamburger die Idee, ihre Kohlen
direkt beim Erzeuger aus dem Ruhrgebiet abzuholen.
Rasch mit dem LKW die Fahrt ins Revier in Angriff nahmen
und so nach Recklinghausen zur Zeche König Ludwig kamen,
hier von den britischen Besatzern unbemerkt Kohle klauten,
den Bergleuten, die ihnen beim Klauen halfen, blind vertrauten.

Für die Mithilfe sich die Hanseaten revanchierten
und als Mitglieder der Staatsbühnen Kunst organisierten.
Als Dank im Sommer 47 Figaros Hochzeit" stattfand,
das Festival unter dem Motto "Kunst für Kohle" stand.
Traditionell führt man nun jedes Jahr diese Kunst fort,
das Ruhrfestspielhaus in Recklinghausen wurde Hauptspielort,
wo man schon vielen die Kunst des Schauspiels näher brachte
und sie so zu Dauergästen des Festivals machte.
Letztlich hat Recklinghausen vom "Kohlenklau" profitiert,
sich als Austragungsort der Ruhrfestspiele etabliert.

 

Werner Siepler aus Bochum

Extraschicht

Um finanziell im Revier über die Runden zu kommen,
werden von den Arbeitern häufig Nachtschichten angenommen,
weil Nächte, die sie sich schwer arbeitend um die Ohren schlagen,
Geld bringen und zur Besserung der Finanzlage beitragen.

Auch das Revier sich einmal im Jahr die Nacht um die Ohren schlägt,
zwischen 18.00 und 2.00 Uhr morgens eine "Extraschicht" einlegt.
Die "Extraschicht" ist die lange Nacht der Industriekultur,
verzaubert seit über zehn Jahren die Metropole Ruhr.

In rund fünfzig Spielstätten finden tolle Projekte statt,
ganz bewusst man Orte des Strukturwandels ausgewählt hat.
Mehr als 150.000 Menschen wollen Kunst erleben,
sich auf die Entdeckungsreise zu den Spielstätten begeben.

Historische Busse und Bahnen übernehmen den Transport,
folgen den Spuren der Industriekultur zu jedem Spielort,
bringen die Gäste zu den Aufführungen der "Extraschicht,"
was für eine organisatorische Glanzleistung spricht.

Vielseitige Kunst man an den Spielorten genießen kann,
von Konzerten bis hin zum Poetry-Slam kommt alles gut an.
Für eine Nacht die Ruhrregion Kunst pur realisiert
und die Extraschicht" zum legendären Kultur-Highlight wird.

 

Werner Siepler aus Bochum

Büdchen im Ruhrgebiet

Viele Geschäfte im Revier ihre Pforten schließen,
weil Einkaufszentren wie Pilze aus dem Boden sprießen.
Kioske es dagegen noch in großer Anzahl gibt,
der Ruhri diese Büdchen über alle Maßen liebt.

Zu Zeiten der Industrialisierung sie entstanden,
rasanten Zuspruch bei den Bewohnern des Reviers fanden.
Das Ruhrgebiet bis heute als Hochburg der Kioske gilt,
sie gehören wie die Fördertürme zum Ruhrgebietsbild.

Ihr Angebot reicht von den süßen "Klümpchen" und sauren Drops,
über die Rauchwaren, den Alkohol bis hin zum Rollmops.
Die Öffnungszeiten sind flexibel und nicht reglementiert,
einkaufen nach Ladenschluss recht problemlos funktioniert.

Besondere Speisen gibt es am Büdchen jedoch nicht,
Frikadellen sind größtenteils das einzige Gericht,
doch hin und wieder können Kunden auch Soleier essen,
sie zählen zu den alternativen Delikatessen.

So hält die Anziehungskraft der Büdchen ungemindert an,
weil man hier etwas kaufen und mit anderen reden kann,
einen Gesprächspartner zum Ratschen jederzeit schnell findet,
letztendlich Nützliches mit dem Angenehmen verbindet.

Schon früher standen Kumpel nach der Schicht am Büdchen Spalier,
spülten den Kohlenstaub aus ihrer Kehle mit Schnaps und Bier,
diskutierten voller Leidenschaft über Gott und die Welt
und fachsimpelten, ob ihr Fußballverein die Klasse hält.

Jedes Büdchen ist ein Kultort mit gewissen Charme und Chic,
für manchen Ruhri oft eine Liebe auf den ersten Blick.
Bleibt zu hoffen, dass Betreiber nie rote Zahlen schreiben,
damit diese Schätze dem Ruhrgebiet erhalten bleiben.

 

Werner Siepler aus Bochum

Ski Heil !

Auch wenn Frau Holle das Ruhrgebiet stiefmütterlich behandelt,
die Region selten mal in eine Schneelandschaft verwandelt,
brauchen die Ruhris zum Skilaufen nicht die Alpen aufsuchen,
können den weißen Sport in der Bottroper Skihalle buchen.

So liegen die Revieralpen in der längsten Halle der Welt,
der benötigte Schnee wird kurzerhand maschinell hergestellt.
Auf die Launen der Frau Holle man nicht mehr angewiesen ist,
die ja oft im Revier ihre Betten auszuschütteln vergisst.

Die lange Abfahrt in der Sikihalle Jung und Alt begeistert,
von alten Hasen wird die Strecke schnell und mutig gemeistert.
Anfänger riskieren dagegen meist nicht übermäßig viel,
gleiten ein bisschen langsamer und auch vorsichtiger ins Ziel.

Als Belohnung für die wintervergnügliche Aktivität,
beim Apres-Ski dann der gemütliche Teil des Tages ansteht.
Nach einigen Jagertee und Enzian die Stimmung brodelt,
es wird "Ruhrdeutsch" gesungen und nicht alpenmäßig gejodelt.

Sogar auf Schalke, wo seit jeher nur König Fußball regiert,
jetzt einmal im Jahr Biathlon mit Superstars durchgeführt wird.
Man karrt hierfür Schnee an und viel Unterhaltsames bereithält,
letzten Endes jedoch der Rummel den Sport in den Schatten stellt.

Eine in der Region künstlich geschaffene weiße Pracht,
noch lange keinen Ort zu einer Hochburg des Wintersports macht.
Die breite Masse des Reviers es nicht an die Skipiste treibt,
der Ruhri traditionell seinem Fußballverein treu bleibt.

 

Werner Siepler aus Bochum

Tragbare Kantine

Mit Beginn der industriellen Revolution
und des besseren Lebensstandards der Ruhrregion
man die Schornsteine zwar gewaltig zum Rauchen brachte,
Arbeiter jedoch zu Unternehmersklaven machte.

Obwohl ein satter Arbeiter die Maloche besser schafft,
als einer mit leeren ´Magen ohne Energie und Kraft,
damals noch keine Werkskantinen zur Verfügung standen,
findige Arbeiter aber schnell eine Lösung fanden.

Die Lösung war ein Energiespender mit Tragegriff dran.
Ein verschließbares Kochgeschirr wurde so zum Henkelmann.
Eintopfgerichte und Suppen beim Auslöffeln noch dampften,
wenn die Arbeiter sie mittags Hunger vertreibend mampften.

Der Henkelmann entwickelte sich nun fortan immer mehr
im Arbeitsleben zur praktikablen "Verpflegungs-Hardware."
Der Rauminhalt entsprach in etwa dem einer Terrine,
viele nutzten den Henkelmann als "tragbare Kantine."

Heute benötigen Arbeiter kaum noch den Henkelmann,
weil man jetzt Mahlzeiten in Werkskantinen einnehmen kann,
die ins Bild der sozialen Errungenschaften passen
und den bewährten Henkelmann nostalgisch werden lassen.

 

Werner Siepler aus Bochum

Angeln am Kanal

Die Arbeit der Bergleute war gefährlich und hart,
jeder erholte sich auf seine eigene Art.
Entspannung durch den Angelsport galt als ideal,
drum angelten viele Kumpel gerne am Kanal.

Stundenlang sie sitzend am Kanalufer ausharrten
und wie hypnotisiert auf die Wasserfläche starrten,
wenn es an der Angel zupfte, zog man die Schnur an Land,
hin und wieder sich tatsächlich mal ein Fisch dran befand.

Nun war die Umwelt damals noch erheblich verschmutzt,
kaum ein Mensch hat Fische aus dem Ruhrgebiet verputzt,
so hatte der gefangene Fisch wirklich großes Glück,
der Kumpel warf ihn rasch in den trüben Kanal zurück.

Die Angelei hat allerdings kein Fangfieber geweckt,
denn im Vordergrund stand stets nur der Erholungszweck.
Stunden ohne den Steiger genoss man unbeschwert
mit einem überaus wichtigen Erholungswert.

Die Kumpel entdeckten auch so manche "Naturschönheit,"
wie die rote Lola im Bikini aus Wattenscheid
und auf einem Kanalschiff deutlich sehen konnten,
wie sich auf dem Deck Damen oben ohne sonnten.

Heute man an den Kanälen angelnde Kumpel vermisst,
durch den Strukturwandel der Beruf fast ausgestorben ist.
Angeln als reiner Freizeitsport mehr an Bedeutung gewinnt.
zumal nun auch die Fische des Ruhrgebiets genießbar sind.

 

Werner Siepler aus Bochum

Beach - Feeling im Ruhrgebiet

Urlaubsgefühle am sonnigen Strand
der Ruhri früher auf Mallorca fand,
doch Beach-Feeling mit allem Drum und Dran
er jetzt auch im Revier erleben kann.

Für das Bach-Feeling wurde viel bewegt,
am Gewässern Sandstrände angelegt,
meistens sogar recht gut ins Bild passen,
den Pauschalurlaub vergessen lassen

Man muss keinen Charterflug mehr buchen,
um den Ballermann-Strand aufzusuchen,
kann Strandplätze nun im Revier mieten,
die ein tolles Urlaubsgefühl bieten.

Sofern sich der Wettergott gnädig zeigt,
dafür sorgt, dass die Temperatur steigt
und am blauen Himmel kein Wölkchen stört,
der Strand allein der Erholung gehört.

Häufig sich aber ein Tief ausbreitet,
sonnenbaden wenig Spaß bereitet,
auch der lange Winter zwingt zur Pause,
Sonnenanbeter bleiben zu Hause.

Die Problemlösung man in Witten fand,
überdachte dort den gesamten Strand,
schuf quasi eine große Beachhalle,
als Konkurrentin zum Strand von Malle.



 

Werner Siepler aus Bochum

A 42 - Emscherschnellweg

Neben der A 40, die der Volksmund Ruhrschnellweg nennt,
man außerdem die Autobahn A 42 kennt,
die eine rasche Fortkommensmöglichkeit garantiert und im Ruhrgebiet als Emscherschnellweg bezeichnet wird.
Von Kamp-Lintfort bis Castrop-Rauxel die Autobahn reicht,
die Emscher nur äußerst selten von ihrer Seite weicht,
begleitet die wichtige Verkehrsader von Ost nach West,
hierbei sich allerdings von Umweltsündern missbrauchen lässt.

Umweltbewussten Bürgern hat jedoch Jahrzehnte gestört,
dass die Emscher, die zu den Nebenflüssen des Rheins gehört,
die schädlichen Abwässer der Anliegerstädte aufnahm
und als Kloake zu einem negativen Image kam.
Ihre üblen Gerüche, die ständig in der Luft lagen,
führten auch bei den Nutzern des Emscherschnellwegs zu Klagen.
Böse Spötter die missliche Lage auf den Punkt brachten
und aus der Namen der Autobahn "Emscher!Schnell weg!" machten.

Doch der Strukturwandel im Revier sorgt nun für die Wende,
die Zeit der Emscher als Kloake ist endlich zu Ende.
Man wird sie jetzt vernünftigerweise renaturieren,
den Emscherschnellweg geschickt in die Landschaft integrieren.
Bei dieser Aktion man von der "Parkautobahn" spricht,
Fenster in Lärmschutzwänden einbaut und Sichtschneisen bricht,
will den Autofahrern so die Kulturlandschaft zeigen,
weil sich kein Mensch die Zeit nimmt, hierfür mal auszusteigen.


 

Werner Siepler aus Bochum

Nutztiere der Bergleute

Da den Bergleuten früher Geld und Platz für eine Kuh fehlten,
sie alternativ hierfür eine stattliche Ziege wählten.
Die Ziege war damals als die Kuh des kleinen Mannes bekannt,
wurde deshalb im Ruhrgebiet liebevoll Bergmannskuh genannt.

Auch wenn die Ziege über ein störrisches Verhalten verfügt,
sich als Nutztier jedoch mit recht genügsamer Nahrung begnügt
und stellte in der damaligen wirklich nicht rosigen Zeit
den Familien der Bergleute hochwertige Milch bereit.

Wenn heute manche Menschen, die einst in großer Armut schwebten,
dank der nahrhaften Ziegenmilch besser und gesünder lebten,
Mitmenschen sehr unflätig als "dumme Ziege" titulieren,
Respektlosigkeit vor den beiden Wesen dokumentieren.

Außerdem verfügten einige Bergleute aus dem Revier
über einen kleinen Stall im Haus mit einem Schwein als Nutztier,
dass sich als Abfallverwerter umweldfreundlich nützlich machte
und später leckere Wurst und gutes Fleisch auf den Tisch brachte.

Nun hatte sogar der Bergmann das Schwein zum Glücksbringer gewählt
und konnte, weil im Leben doch nur der erfolgreiche Mensch zählt,
auf Dauer ohne ein kleines bisschen Glück nicht erfolgreich sein,
benötigte daher im Leben immer wieder etwas "Schwein."

Dagegen brachte aber der Bergmann dem Schwein jedoch kein Glück,
weil er das Borstenvieh rigoros schlachtete und Stück für Stück
zubereitete und mit großem Appetit beherzt zugriff,
beim genussvollen Verzehr auf den Tod des armen Schweines pfiff.


 

Werner Siepler aus Bochum

Schrebergärten

Weil der Ruhri kleingärtnerische Aktivitäten liebt,
es im Ruhrgebiet Schrebergärten in großer Anzahl gibt.
Schon Anfang 1900 wurden die ersten angelegt
und die Zuwachsrate hat sich enorm nach oben bewegt.
Zwischen all den Zechen, Hochöfen und rauchenden Schloten
sie damals etwas mehr Farbe den Revierbürgern boten.
Ihre prächtig blühenden Blumen der verschiedensten Art
sowie diverse Gemüsepflanzen bis zum Kopfsalat
auch heute noch aus der heimischen Gartenscholle sprießen,
sind schön anzuschauen, manche lukullisch zu genießen.
Eingerahmt wird die Idylle von einem Wachbataillon,
bestehend aus einer Abordnung Gartenzwerge aus Ton.

Nun hat sich das Ruhrgebiet zwar strukturell stark gewandelt,
mit Kohle und Stahl nur noch im geringen Umfang handelt,
den Großteil der Zechen und Hochöfen daher nicht mehr braucht,
auch kaum noch ein Schlot wie in den vergangenen Zeiten raucht.
Doch die Schrebergärten im Ruhrrevier sind nach wie vor "in"
und durch die saubere Luft zudem ein Erholungsgewinn.
Als Hobbygärtner man sich hier im eigenen Beet abplackt,
wenn Not am Mann ist, bei seinem Gartennachbarn mitanpackt.
So gemeinsam vereint die gefräßigen Blattläuse hetzt,
die chemische Keule hiergegen allerdings nicht einsetzt,
nur mit Biomitteln nach dem Leben der Tierchen trachtet,
weil ein Schrebergärtner auf den Erhalt der Natur achtet.

Die Schrebergärtner sind auch keine Kinder von Traurigkeit,
haben für ein Gläschen in geselliger Runde stets Zeit,
diskutieren hierbei mit Eifer über Gott und die Welt,
ratzfatz wird jetzt eine Runde nach der anderen bestellt,
haben an diesem Tag im Garten nicht allzu viel gemacht,
dafür aber einen feuchtfröhlichen Nachmittag verbracht.
Geselligkeit die Philosophie der Schrebergärtner heißt,
weil fröhliches Beisammensein alle eng zusammenschweißt.
Das Gartenfest wird jedes Jahr zu einem Riesenevent,
manch einer dann nach dem 30. Bier in der Laube pennt,
um im wahrsten Sinne des Wortes nach dem wilden Zechen,
den Schlaf seiner Frau daheim nicht störend zu "unterbrechen."

 

Werner Siepler aus Bochum

Die Folgen einer unsinnigen Vision

Mancher Politiker eine Vision hat,
träumt von der Metropole Ruhr als Mega-Stadt,
die von allen Revierstädten gebildet wird
und mit den größten Städten Deutschlands konkurriert.
Doch viele Menschen diesen Traum skeptisch sehen,
sich als Bürger ihrer Heimatstadt verstehen,
denen eine protzige Mega-Stadt missfällt,
auch wenn man ihnen "Kirchturmdenken" unterstellt.

Zwei Gemeindereformen das Land schon machte,
doch zur Mega-Stadt es das Revier nicht brachte.
Bei der Reform in den zwanziger Jahren
wurde kurz und bündig dergestalt verfahren,
dass man kleinen Städten die Selbständigkeit nahm,
dadurch manche große Stadt mehr Zuwachs bekam.
Doch das Land vergaß bei allem eifrigen Reformstreben
den wachsenden Kommunen mehr Repräsentanz zu geben.

Die Reform, die fünfzig Jahre später anstand,
auch keinen großen Anklang bei den Bürgern fand.
Eine Art Ruhrstadt war diesmal das erklärte Ziel,
dass aber Parteiinteressen zum Opfer fiel.
Als Ersatz standen nun vier Oberzentren zur Debatte,
Duisburg, Essen, Dortmund und Bochum man ausgeguckt hatte.
Doch dieses Vorhaben wurde dann nicht wahrgenommen,
wieder ist es nur zu Eingemeindungen gekommen.

Wattenscheid jetzt Politik mit Bochum betreibt,
Recklinghausen hat Castrop-Rauxel einverleibt.
Wanne-Eickel und Herne sich liieren ließen,
um die Eingemeindung nach Bochum auszuschließen.
Der Unsinn dieser Reform war kaum noch zu toppen
und der Unmut vieler Bürger nicht mehr zu stoppen.
Gegen die "Zwangsehen" wurde daher heftig protestiert,
an die politische Vernunft leider umsonst appelliert.

Folglich ist der Ärger über diese Gemeindereform
sogar heute noch bei den betroffenen Bürgern enorm.
Viele den Selbständigkeitsverlust ihrer Stadt beklagen,
denn diese ist jetzt als Stadtteil nur fünftes Rad am Wagen,
deshalb keineswegs mehr die erste Geige spielt
und somit recht selten echte Problemlösungen erzielt,
steht bei finanziellen Maßnahmen oft ganz hinten an,
so dass Bedeutendes kaum noch realisiert werden kann.

 

Werner Siepler aus Bochum

Große Ruhrländische Gartenbauausstellung -Gruga-

1929 man die Gruga ins Leben rief,
um den Essener Messebetrieb, der nur äußerst schleppend lief,
wieder eine größere Attraktivität zu verleihen
und ihn so aus den Klauen des Pleitegeiers zu befreien.

Hinter den Messehallen war damals ein Grundstück vorhanden,
auf dem nur Polizeibaracken und Lagerschuppen standen,
ein paar Tümpel erinnerten an eine große Seenplatte,
umgeben vom sumpfigen Morast, der sich gebildet hatte.

Tausend Erwerbslose haben das Areal dann "behandelt,"
mit Tausenden von Blumen in eine Blütenpracht verwandelt,
linderten hiermit längere Zeit ihre wirtschaftliche Not,
denn die Schaffung der Gruga brachte ihnen letztlich Lohn und Brot.

Bei der Grugaeröffnung sich der Wettergott gnädig erwies,
indem er die Sonne strahlend vom Himmel herab scheinen ließ.
Den anhaltenden Sonnenschein man als "Kaiserwetter" kannte,
der Ruhri diesen Begriff in "Grugawetter" umbenannte.

Der Grugapark war die erste Gartenbauausstellung im Land,
die nach der Ausstellungszeit allen Bürgern zur Verfügung stand.
Heute noch Naturfreunde die Blumenpracht der Gruga lieben,
sie ist ein Paradies der Ruhe und Erholung geblieben.

Die Messehallen jetzt von den Parkbesuchern profitieren,
viele sich hiervon auch für Ausstellungen interessieren
und Veranstaltungen in der Grugahalle besuchen,
so kann der Messebetrieb wieder Gewinne verbuchen.

1966 fand dann sogar ein Event statt,
das neben viel Beifall auch zu Ohnmachtsanfällen geführt hat,
weil sich die vier Beatles mit einem Konzert die Ehre gaben
und hiermit Musikgeschichte im Revier geschrieben haben.


 

Werner Siepler aus Bochum

Ruhrgebiet "Glück auf"

Vor einigen Jahrzehnten unser geliebtes Ruhrgebiet
im rasanten Tempo ins wirtschaftliche Abseits geriet,
Bergbau,- Eisen- und Stahlindustrie machten stetig "Miese,"
der Pott steuerte in eine akute Wirtschaftskrise,
Kohlenhalden wuchsen, ein Großteil der Zechen machte dicht,
Zollverein zeigt heute als Weltkulturerbe sein Gesicht.
Mancher Schornstein der Schwerindustrie kaum noch
richtig rauchte,
mit der Zeit man immer weniger Bergleute brauchte,
viele verloren ihren Job und mussten stempeln gehen,
sich folglich nach einem anderen Broterwerb umsehen
und notgedrungen mit großem Entsetzen und Missfallen
ihren Gürtel gewaltig ein ganzes Stück enger schnallen.
So nach und nach verschwanden dann bis hin zum Nimmerleinstag
auch die "Rennpferde" des kleinen Mannes aus dem Taubenschlag.

Nach all den Krisen wurde den Bürgern der Region klar,
dass ein Strukturwandel im Ruhrgebiet unumgänglich war.
Die Schwelle zum Wandel hatte man ja schon lange erreicht,
doch die Durchführung fiel den Ruhrgebietsbürgern nicht so leicht,
die Herausforderung haben sie dann tapfer gemeistert,
alles Erreichte kann sich sehen lassen und begeistert.
So hat sich das Ruhrgebiet neu aufgestellt und gewandelt,
mit Kohle und Stahl wird jetzt nicht mehr ausschließlich gehandelt.
Neue Industriewerke aus verschiedenen Bereichen
sollen künftig die fehlenden Arbeitsplätze ausgleichen.
Aus 53 Städten die Ruhrmetropole besteht,
den meisten Kommunen des finanziell nicht rosig geht,
drum überlegen sie, wie man das Finanzloch stopfen kann,
hoffentlich ist der Dumme nicht schon wieder der kleine Mann.

Im Kulturbereich das Revier in der Champions-League spielt,
mit seinen Theatern und Musikhäusern Applaus erzielt.
Zu Kult gewordene Events gibt es in großer Anzahl,
"Extraschicht, Ruhrtriennale" und nicht zuletzt "Bochum-Total"
nicht nur Menschen aus dem Revier scharenweise anlocken,
die ausgelassen feiern und bis tief in die Nacht rocken.
Mit dem auf der Autobahn platzierten längsten Tisch der Welt,
wurde beim "Still-Leben" sogar ein Weltrekord aufgestellt.
Ein Bestandteil der Kultur ist auch der Fußball im Revier,
bekannteste Clubs sind Bochum, Dortmund und Schalke 04.
Doch in den letzten Jahren vernachlässigt der Fußballgott,
zum Leidwesen der Fans die Vereine aus dem Kohlenpott.
Die leckere Kultwurst von Dönninghaus mit Pommes rot-weiß
ist ein lukullischer Reviergenuss zum günstigen Preis.
Die Kultsprache des Kohlenpott ist schnörkellos und direkt,
mancher spricht den "Jürgen von Manger Ruhrgebietsdialekt."

Früher war die Luft im Revier stark verschmutzt und voller Ruß,
heutzutage ist mit der Luftverschmutzung endgültig Schluss,
keine Dunstglocke mehr über der Revierregion steht,
dies bedeutet für die Bewohner mehr Lebensqualität.
Außerdem bieten Wälder, Wiesen und Stauseen Natur pur
und sind beliebte Orte für eine Naherholungskur.
Die schönsten landschaftlichen Oasen kann man entdecken,
der Ruhrpott muss sich vor keinem anderen Land verstecken,
kann selbstbewusst und mit Zuversicht in die Zukunft schauen,
stets auf die Solidarität seiner Bürger vertrauen,
denn sie lassen sich nicht beeinflussen und unterkriegen,
auch selten mal einlullenden Verlockungen erliegen,
nehmen für ihr Revier manche Unannehmlichkeit in Kauf
und grüßen aus dem Ruhrpott mit einem herzlichen "Glückauf."

 

Werner Siepler aus Bochum

Westfalenhalle

Die größte Veranstaltungshalle im Ruhrgebiet
Menschen mit verschiedensten Interessen anzieht.
Als Westfalenhalle ein jeder sie bestens kennt
und das Gebäude die gute Stube Dortmunds nennt.
Im ganzen Land man ihr große Bedeutung vermisst,
daher aus dem Ruhrpott nicht mehr wegzudenken ist.

1925 die Mehrzweckhalle ihre Pforten geöffnet hat,
Veranstaltungen jeglicher Art finden hier statt,
für Mega-Musikdarbietungen bis hin zum Sport,
ist die Halle der geeignete Austragungsort.
Von nah und fern Besucher für Tickets anstehen,
um ihre Idole live und hautnah zu sehen.

Hallensport als Volksfest kommt jedoch am besten an,
bei den Sechstagerennen man dies feststellen kann.
Das Dortmunder Bier hier kräftig die Stimmung anheizt,
der Sportpalastwalzer die Fans zum Mitpfeifen reizt.
Sind die eigenen Worte dann nicht mehr zu hören,
steigert sich die Stimmung, nur die Radfahrer stören.

Nach der Bombardierung der Halle in der Kriegszeit
wurde ein Neubau errichtet und 1952 eingeweiht,
der als Rundbau mit mehr Platzangebot Zustimmung fand.
Rund um die Halle dann noch ein Messezentrum entstand.
Ist auch Dortmund keine spezielle Messestadt,
als Veranstaltungsort aber den besten Ruf hat.

 

Werner Siepler aus Bochum

Ruhrgebietsrivalitäten

Das Ruhrgebiet von 53 Städten gebildet wird
und sich stolz und selbstbewusst als "Ruhr 2010" präsentiert.
Obwohl die Bürger für ihre Region durchs Feuer gehen,
eigene Interessen dennoch meist im Vordergrund stehen.
Diese führen stets zu unschönen Reibereien und Zwist,
weil auch jeder Ruhrgebietsbürger sich selbst der Nächste ist.

Schon der Wettbewerb der Stahltitanen war kaum zu zügeln,
Thyssen und Krupp wollten sich gegenseitig überflügeln.
Erst 1999 fand die Fusion beider Unternehmen statt,
die dann eine Vielzahl von Arbeitsplätzen gekostet hat.
Bereits damals haben Unternehmer missliche Lagen
auf den Rücken sämtlicher Arbeitnehmer ausgetragen.

Zahlreiche Zechen den Wettbewerbskampf unentwegt schürten,
weil sie die gnadenlose Konkurrenz im Nacken spürten.
Doch den meisten Zechen hat das Gerangel wenig gebracht,
über kurz oder lang hieß es für die Knappen Schicht am Schacht.
Bochum war jetzt von allen Revierstädten am glücklichsten dran,
schließlich man den Autobauer Opel als Investor gewann.

Essen und Dortmund kämpften stets um die Vorherrschaft an der Ruhr
und sind seit jeher auch Rivalen in Bereichen der Kultur.
Man schuf Musentempel und stellte nun überraschend fest,
das sich nicht jede Spielstätte mit Besuchern füllen lässt.
Eine Spielstätte pro Kommune macht deshalb nur wenig Sinn,
um eine Angebotsbündelung kommt man künftig nicht umhin.

Weil einige Städte potente Investoren fanden,
große Einkaufszentren und Vergnügungsstätten entstanden,
denn das Strukturwandelmotto "Konsum für Kohle" war angesagt,
nur das Feeling vieler Innenstädte war plötzlich nicht mehr gefragt.
Geschäfte der City gerieten in finanzielle Not,
steuerten rasch und unverschuldet in den wirtschaftlichen Tod.

Sogar der Fußball im Revier war von Rivalität geprägt,
das Derby Dortmund gegen Schalke hat Tausende Fans bewegt.
Auch viele andere Fußballrivalen Geschichte schrieben,
einige sind leider nicht in der höchsten Liga geblieben,
Legendär wurde Rot-Weiß Essen mit Helmut Rahn, dem Boss,"
der mit seinen Toren Deutschland zum Fußßballweltmeister schoss.

Der Ruhri jedoch faire Rivalität vertragen kann,
steht im täglichen Konkurrenzkampf meisterlich seinen Mann,
kritische Worte nicht beleidigt auf die Goldwaage legt,
bei Kommunikationen sein Herz auf der Zunge trägt
und als hilfsbereiter Ruhrgebietler und ehrliche Haut
auf keinen Mitbürger arrogant von oben herab schaut.

 

Werner Siepler aus Bochum

Zu Ehren der "Revier-Duse" Tana Schanzara

Man nannte sie die "Revier-Duse,"
bekannt wie ein bunter Hund war,
verschrieb sich der "Ruhrgebietsmuse"
und wurde in Bochum zum Star.

Sie gab dem Ruhrgebiet ein Gesicht
mit ihrem rustikalen Charme.
Als schauspielerisches Schwergewicht,
niemals ein Blatt vor den Mund nahm.

Jeder kannte sie als "Rampensau,"
die "Kohlenpottgeschichte" schrieb.
Bei jeder lustigen Bühnenschau,
kaum mal ein Auge trocken blieb.

Doch sie hat sich aus dem Staub gemacht,
aus dem Himmel den Fans zuwinkt,
sich über alle ins Fäustchen lacht,
wie früher ein "Piccolo" trinkt.

 

Werner Siepler aus Bochum


Die Farbe des Himmels

Auch die Farbe des Himmels im Ruhrgebiet ist blau.
Hat sich das Blau dann aber plötzlich verzogen
und der Himmel erscheint lediglich noch grau in grau,
hat der Ruhri das Blau herunter gelogen.

 

Werner Siepler aus Bochum

Tier des Jahres

Das Tier des Jahres stand im Ruhrpott zu ermitteln an,
also mussten wieder unsere Demoskopen ran.
Hund und Katze wurden als Favoriten genannt.
Tierfreunde waren nun wie ein Flitzbogen gespannt,
welche Schnuppernase würde wohl oben stehen
und voller Stolz in die Tierannalen eingehen?

Nach der Auszählung dann die Überraschung feststand,
weil ein ganz anderes Tier den Weg nach oben fand.
Hund und Katze wurden klar und deutlich geschlagen
und leider nur auf den Plätzen zwei und drei lagen.
So verdrückten sich Vierbeinerfreunde ein Tränchen,
schließlich wurde Tier des Jahres das "halbe Hähnchen."

 
 
 

Ruhrgedicht Statistik


Bisher verwendete Zeichen: 270.320 (= 270,32 Km)
Insgesamt benötigte Zeichen: 221.000 (= 221,00 Km)
Noch benötigte Zeichen: -49.320 (= -4,93 Km)
Es wurden bisher 122,32% der Ruhrlänge erreicht. Weiter dichten!

Einträge aus verschiedenen Orten: 65 (inkl. einzelner Stadtteile)
 
Rangliste nach Orten:
 
Essen : 186
Muelheim : 60
Bochum : 53
Dorsten : 41
Gevelsberg : 18
Duisburg : 17
Dortmund : 9
Ruhrgebeat : 6
Mülheim : 6
Bottrop : 6
Gelsenkirchen : 5
Wanne Eickel : 5
Herne : 3
Gladbeck : 2
Ruhrgebiet : 2
Essen-Steele : 2
muelheim : 2
Hamburg : 2
Muelheim an der Ruhr : 2
Mülheim-Ruhr : 2
Oberhausen : 2
Mülheim/Ruhr : 2
Herne-Röhlinghausen : 2
Dürnstein, Niederösterreich : 2
Dürnstein an der Donau : 2
Essen-Rüttenscheid : 2
Australien : 1
Reinbek : 1
Rhede : 1
Overath : 1
Brühl : 1
Oberhausen : 1
Oer-Erkenschwick : 1
71720 Oberstenfeld : 1
RWE-Forum/ Essen : 1
Trittenheim : 1
gev : 1
moers : 1
45699 HERTEN : 1
gelsenkirchen : 1
essen : 1
Datteln : 1
Vogelheim : 1
59174 : 1
Schwedt, 16303 UM : 1
Mülheim an der Ruhr : 1
Heinsberg : 1
44805 Bochum : 1
Kalifornien, USA : 1
Emscherdelta : 1
Hagen : 1
Exil Bottroper : 1
Essen-Katernberg : 1
Essen, Clubhaus Hafenstrasse : 1
Koblenz : 1
Lübeck : 1
Duiburg-Wanheim : 1
Essen-Werden : 1
Dinslaken : 1
Müelheim : 1
Düren : 1
MetropoleRUHR : 1
Muel : 1
Muelh : 1
Mülheim/Oberdümpten : 1
 
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