Onkel Reinhold, Botschafter für Kultur, Fleischwurst & Pipapo. Onkel Reinhold ist der Anpacker. Ein Mensch, der etwas bewegt. Wir packen dat - lautet seine Devise.

2010! Is da schon wat zu sehen?

Essen, 02.02.2008
Ich bin ja Botschafter. Für Essen, dat Ruhrgebiet und die Fleischwurst.

Und während der Kulturtherapeut wohl zurzeit in einem Labor wohnt, wo man ihn 100fach klont, damit er all seine Aufgaben bewältigen kann, bin ich dabei, dat Ruhrgebiet erstma zu erkunden. Ich träume da von son Bus, quasi son 2010-Omnibus. Pro Stadt müsste et minigens einen geben, jeweils mit einer Farbe versehen, so nach dem Motto: Essen ist rot, Dortmund is gelb und Herten vielleicht fleischwurstrosa. Und mit genau diesen Bussen kann der Ruhrpottler ma schön quer durchs Ruhri-Land kutschieren. Nur um mal zu gucken, worüber wir da überhaupt so reden. Nicht, dat man da jeden historischen Stein kennenlernen soll. Als Anfang reicht doch sonne großmaschige Aktion. Wäre doch sensationell, wenn ich anne Frintroperstraße stehe und denk „Hupps, da sind die Dortmunder in ihrem gelben Bus, mal schnell winken. Und wenn se aussteigen, quatschen wer mal ne Runde.“

Und in den Städten muss mehr für die Stadtteile getan werden. Son Angebot im Internet, so wie Essen-släsch,släsch, Holsterhausen oder Essen, släsch,släsch, Dellwig usw.
Und hierfür müsste man ne kostenlose Hotline einrichten, wo man anruft, seinen Termin durchgibt und schwuppdiwupp, kann jeder tagesaktuell auf einer Plattform sehen, wat so los ist inne gesamte Stadt. Wenn man dat ma ein halbes Jahr in der Presse bewirbt, sollt ihr mal sehen, wie viele Termine da ausse Stadtteile rein flattern. „Hömma, wir planen da son Fleischwurst-Testessen.“ „Kein Problem- bei 88-… anrufen und rubbeldikatz biste gelistet.“

Gez frag ich mich ernsthaft, warum et dat eigentlich noch nicht gibt? Dieses Signal der Häuptlinge, dat dat werte Volk sich doch bitteschön mal auf dat Zusammenwachsen einstellen möge. Schließlich sind schon … Tage vergangen, seit wer dat mit den Jahr 2010 schwarz auf weiß haben. Oder hab ich da ma widder wat falsch verstanden? Ist dat mit 2010 gar nich für uns, sondern nur für die Touristen? Egal, wenn die dann kommen, bin ich gewappnet. Nen Stücksken Fleischwurst, nen Solei und jede Menge Dönekes aussem Pott hab ich immer parat für dat (wissens-)hungrige Volk.

Glück Auf, hier geht et ab,

Euer Reinhold

P.S.: … und statt nen Autobahn Picknick, sag ich mal locker aus der Hüfte gesprochen: Spart Euch dat Geld. Ruft mal lieber die Bevölkerung auf, sich mit Tischken und Stühlchen vor dat Gehöft zu setzen. Frei nach dem Motto „4 Wochen vor der Haustür“ könnte sich jeder genau so präsentieren, wie ich dat von den Leuten aus dem Schwarzwald oder aus Spanien kenne: Man hockt sich raus und alles andere läuft von selber: Man quatscht, isst und trinkt ein wenig und lernt sich kennen.

Stellt Euch doch ma vor, da kommt son Chinese für einen Tag in den Pott und will ma gucken, wie dat so is, mit den viel beschworenen deutschen Autobahnen. Und wat kriegt er? Ente süß-sauer anne Autobahn-Ausfahrt Essen-Ost. Und dat zwischen Bergmannschor und Sambaklängen. Der macht doch datselbe, wie der Japaner, dem se letztes Jahr an Altweiber am Flughafen nach der Ankunft den Schlips abgeschnitten haben: In Panik verfallen und schnell nen Rückflug buchen. Nee, nee, da soll der ma lieber zu mir kommen. Wenn der die Frikas von meine Nachbarin probiert, will der gar nich mehr weg…

 

Hauptnavigation: